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Gesellschaftlich-Weltanschauliches

Worum es geht

Der Kurier berichtet:

Wien/Ankara - Die Veröffentlichung der beleidigenden Karikaturen des Propheten Mohammed habe in der islamischen Welt einen vergleichbaren Effekt gehabt, wie die Anschläge vom 11. September 2001 im Westen. Diese Einschätzung vertritt der Generalsekretär der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC), Ekmeleddin Ihsanoglu, wie die türkische Zeitung "Zaman" am Dienstag in ihrer Online-Ausgabe berichtete.

Weil Menschenleben im Westen wichtiger sind als in der islamischen Welt? Oder was will uns Herr Ihsanoglu im Namen aller Muslime sagen? Mir scheint der Graben, den der "Dialog der Kulturen" überbrücken muss, tiefer - und vor allem breiter - als gedacht.

20.2.06 23:43


Islam bedeutet Frieden? Unfug!

Alt, aber trotzdem gut: Ein Leser machte mich heute auf das exzellente Interview der schweizer "Weltwoche" mit dem Islam-Experten Hans-Peter Raddatz aufmerksam (mein Dank an Martinius). Raddatz ist einer der wenigen deutschsprachigen Kenner der Materie, die es wagen den Islam auf der Basis von Fach- und Faktenwissen zu kritisieren und sich bisher auch nicht von den Morddrohungen aus den Reihen der Anhänger der "Religion des Friedens" einschüchtern lassen.

Auszug:

Im Tessin kandidierte eben eine Muslimin bei einer Gemeindewahl. In einem Interview begründete sie ihr Kopftuch: «Eine muslimische Frau bedeckt ihren Körper, auch zum eigenen Schutz.» Das heisst: Eine Frau muss gegen die feindliche Männerwelt ihre Vorkehrungen treffen.
Hinter der Vorstellung steht der ideologische Begriff der Fitna. Das arabische Wort heisst «Unruhe», «Störung», «Aufruhr». Die Fitna kann aus zwei Quellen entstehen. Einerseits aus politischen Erhebungen gegen den Machthaber und die Ordnung der Scharia. Und anderseits aus der Verselbständigung der Frau, ihrer Auflehnung gegen Männerdominanz und Verhüllung. Die Aussage Ihrer Muslimin macht deutlich, wie weit das islamische Recht bereits in das schweizerische eingedrungen sein könnte. Eine Frau in der Schweiz sollte doch keinen Schutz durch Kleidung brauchen; sie steht unter dem Schutz der Schweizer Rechtsordnung und Verfassung, die keinen Freibrief für sexistische Übergriffe ausstellen.

Viele Musliminnen sehen sich offenbar als permanente sexuelle Provokation, sie müssen sich verhüllen, um die Männerwelt vor sich zu schützen und sich vor der Männerwelt.
Die Marokkanerin Fatima Mernissi, eine der wichtigsten Feministinnen im islamischen Raum, hat einmal ironisch gefragt: Wenn wir Frauen die Männer so aufreizen, dass diese nicht mehr Herren ihrer Sinne sind, wäre es dann nicht angemessen, ihren Blick zu verhüllen, um sie vor sich und ihren Trieben zu schützen?

Kann ein islamischer Feminismus existieren?
Er ist nur sehr begrenzt möglich. Auch eine Fatima Mernissi stösst an ihre Grenzen. Das islamische System und die männliche Dominanz stellt Mernissi letztlich nicht in Frage. Ihre Botschaft besteht in der Konstruktion eines ethischen Islam. Sie argumentiert, dass Mohammed vor 1400 Jahren seine Frauen besser behandelt habe, als Muslime dies heute tun. Durch jahrhundertelangen Missbrauch sei ein falscher Brauch entstanden, den der Koran nicht rechtfertige. Also will Mernissi diese ethische Seite reaktivieren.

Eigentlich eine einleuchtende Konzeption...
...die aber zu kurz greift. Wenn diese Vorzüge im Islam angelegt sind, warum haben sie dann über eine so lange Zeit missachtet werden können? Warum konnten sich Theologen und Machthaber im Namen Allahs in Riesenreichen einrichten und auf eine Islamform berufen, die nicht authentisch sein soll? Mernissis Argumentation erinnert an Sichtweisen, die auch westliche Betrachter gern benutzen. Sie sagen, Islamismus habe mit Islam nichts zu tun. Die historische Praxis sagt aber eher, dass es den Islamismus ohne den Islam nicht gibt, dass beide ursächlich verknüpft sind. Die Islamisten beziehen sich auf dieselben Wurzeln wie ihre weniger radikalen Glaubensgenossen: auf den Koran und die Prophetentradition.

Aber kann man vom Christentum nicht dasselbe sagen: Die Verwebung von Glauben und Fanatismus, Kreuzzüge und Inquisition erweisen, dass das Christentum gewalttätig ist?
Man kann zwar sagen, im Namen Christi sind Ströme von Blut geflossen, nicht aber, dass Christus dazu aufgefordert habe. Wir müssen den Kern christlichen Denkens, also die individuelle Erlösung und Eigenverantwortung vor Gott, von der profanen, gewaltbereiten Ideologie des klerikalistischen Christentums trennen, die in der Aufklärung politisch überwunden wurde. Ebenso sollten wir zur Kenntnis nehmen, dass islamisches Sein nicht vom Kampf gegen den Nichtislam zu trennen ist. Vereinfacht lässt sich sagen, ein Christ missbraucht seine Religion, wenn er Gewalt anwendet, und ein Muslim missbraucht seine Religion ebenso, wenn er Gewalt nicht anwendet.

Ich muss Raddatz in allen Punkten Recht geben! Weiter unten habe ich einen Artikel gepostet in dem ich das islamische Frauenbild anhand von Koranzitaten in unterschiedlichen Übersetzungen untersuche. Das "klassische" islamische Rollenverhältnis von Mann und Frau ist demnach unvereinbar mit unserem säkularen westlichen Wertesystem! Festzuhalten ist zudem die Erkenntnis, dass der Konflikt zwischen dem Westen und dem Islam - ich wiederhole es gern - eben nicht nur ein Religionsstreit, sondern ein Kampf der Kulturen ist - was man schon daran merkt, dass sich die christliche und jüdische Geistlichkeit auffällig mit Kritik an den islamistischen Ausschreitungen wegen der "Mohammed-Karikaturen" zurückhält oder sogar Verständnis signalisiert!

Lächerlich sind die Bemühungen von 57 muslimischen Staaten die UN dazu anzuhalten, Kritik am Islam zu ächten und

"intolerante Ereignisse, Diskriminierung, Aufstachelung zu Haß und Gewalt zu verhindern, die aus allen Taten gegen Religionen, Propheten, und Glaubensrichtungen herrühren, welche den Genuss der Menschenrechte und fundamentaler Freiheiten bedrohen.” (zitiert nach Fakten & Fiktionen)

"Menschenrechte" und "fundamentale Freiheiten" sind hier nichts weiter als islamistische Kampfbegriffe, die auf die Unantastbarkeit des Islam abzielen! Das Recht auf Freiheit der Meinung, Kunst und Presse sowie der unantastbaren Menschenwürde sind etwas ganz anderes und und damit nicht gemeint!


Noch einmal Raddatz:


Ein Standardargument hiesiger Islambetrachter ist, dass die Armut der Muslime schuld sei an deren Radikalisierung. Würde mehr Wohlstand also das Problem beseitigen?
Der klassische Islam fiel mangels produktiven Wirtschaftens nach wenigen Jahrhunderten fremdfinanzierter Blüte in eine Stagnationsphase, die bis heute dauert. Averroes, der grosse Philosoph Spaniens, erkannte das Dilemma vor 800 Jahren. Er schrieb es zwei muslimischen Merkmalen zu: der Unfähigkeit zu Wissen ausserhalb des Glaubenskomplexes und der Frauenrepression.


Es ist eine Schande, dass man sich heutzutage den Anfeindungen westlicher "Gutmenschen" als auch der Islamisten stellen muss, wenn man diese Binsenwahrheit ausspricht. Ob Staaten oder Kulturen prosperieren hängt eben auch mit den Werten zusammen, die in den jeweiligen Gesellschaften gelebt werden. In der Zeit des Kalten Krieges war die Vorstellung, dass die westlichen Werte ein entscheidender Faktor in der Auseinandersetzung mit der Sowjet-Ideologie sein würden, noch Allgemeingut. Nur 15 Jahre später scheint sich diese Überzeugung fast vollständig verflüchtigt zu haben!

16.2.06 21:14


Das Dilemma

Der Koran und die Frauen

Hin und wieder nehme ich den Koran, das „oft zu lesende“, heilige Buch der Muslime in die Hand. Nein, ich konvertiere (noch) nicht zum Islam, sondern ich suche neugierig nach den Weisheiten, die darin verborgen sein sollen, schließlich handelt es sich um das unverfälschte Wort Gottes. Es finden sich darin jedoch Passagen, die anscheinend dem Menschenbild des Mitteleuropäers im Allgemeinen und dem meinen im Besonderen widersprechen. Als Paradebeispiel dient immer wieder die Rolle der Frau in der islamischen Gesellschaft.

Islam-Skeptiker werden in Sure 4 reichlich bedient, z.B. in Vers 12:

 

Hinsichtlich euerer Kinder hat Allah folgendes verordnet: Männliche Erben sollen so viel haben wie zwei weibliche. Sind nur weibliche Erben da, und zwar über zwei, so erhalten sie zwei Drittteile der Verlassenschaft. Ist aber nur eine da, so erhält sie die Hälfte.(...)

 
Nach dieser Lesart drohen Familien mit ausschließlich weiblichem Nachwuchs empfindliche finanzielle Verluste, da ein großer Teil des Vermögens in den öffentlichen Schatz geht. Von der offensichtlichen Ungleichberechtigung ganz zu schweigen.
Bekannter ist jedoch Vers 35:
 

Männer sollen vor Frauen bevorzugt werden, weil Allah auch die einen vor den anderen mit Vorzügen begabte und auch weil jene diese erhalten. Rechtschaffene Frauen sollen gehorsam, treu und verschwiegen sein, damit auch Allah sie beschütze. Denjenigen Frauen aber, von denen ihr fürchtet, dass sie euch durch ihr Betragen erzürnen, gebt Verweise, enthaltet euch ihrer, sperrt sie in ihre Gemächer und züchtigt sie. Gehorchen sie euch aber, dann sucht keine Gelegenheit, gegen sie zu zürnen; denn Allah ist hoch und erhaben.


Vor wenigen Wochen kursierte die Meldung, dass in einem Dorf im Südosten der Türkei eine junge Frau befreit worden sei, nachdem sie ihr Vater auf Veranlassung ihres Mannes jahrelang in einem dunklen Raum gefangen gehalten habe. Handelten die Männer im Einklang mit dem Koran?
Die Schlüsselstelle lautet: „Männer sollen vor Frauen bevorzugt werden, weil Allah auch die einen vor den anderen mit Vorzügen begabte...“ Die Ungleichberechtigung von Mann und Frau im Islam fußt auf ihren natürlichen geschlechtsspezifischen Unterschieden. Mit dem modernen westlichen Gerechtigkeitsbegriff ist diese Position nicht vereinbar. Außerhalb von historisch diskreditierten chauvinistisch-rassistischen Ideologien spielt sie in Europa keine Rolle.
Bei der Lektüre des Koran fällt rasch auf, dass Mohammed seine Predigten an eine reine Männerrunde richtet. Die abwesenden (eingesperrten?) Frauen spricht der Prophet indirekt und gesondert an. Die Geschlechtertrennung des Koran geht bis in die feine Unterscheidung von „den Gläubigen“ und „gläubigen Frauen“. Islamische Rechte, die Allah den Gläubigen durch den Mund Mohammeds, seines Propheten, verleiht, sind männliche Vorrechte. 
Wenn ich Muslime mit fragwürdigen Koranpassagen konfrontiere wird mir in der Erwiderung in der Regel empfohlen meine Ausgabe des Buches zu prüfen und mir eine bessere Übersetzung zuzulegen. Zumeist folgt noch der Hinweis, dass der Koran nur im Arabischen seine wahre Bedeutung erhalte und eine wortgetreue Translation in andere Schriftsprachen problematisch sei - jedoch leuchtet mir nicht ein weshalb dann nicht wenigstens eine sinngemäße Übersetzung möglich sein soll. Dummerweise ist Gemeinschaft der Muslime selbst uneins wie die arabischen „Urtexte“ gelesen werden sollen. Diese Information findet sich unter anderem auf einer Homepage für die „Arabische Schrift und Sprache“ (www.chj.de), die ausgerechnet das Bin-Laden-Vorbild Sayyid Qutb, einen der Vordenker des modernen Islamismus und Mitbegründer der radikalislamischen Muslimbruderschaft als einen der „bedeutensten“ (sic) Korankommentatoren preist.

 

In der Tat existiert inzwischen eine stattliche Anzahl von deutschen Übersetzungen des Koran, wobei keine endgültig bestätigt oder endgültig verworfen werden kann. Weiter unten versuche ich das Problem anhand eines Vergleichs unterschiedlicher Übersetzungen darzustellen.
Oft gehört und gern geglaubt ist die Behauptung, der Koran beinhalte keine explizite Anweisung zur Verschleierung der Frau. Die von mir verwendete Übertragung von ULLMANN/WINTER (München 1959) tut es jedenfalls (Sure 24):
 


[30] Sage auch den Gläubigen, dass sie ihre Augen von Unkeuschem abwenden und sich bewahren sollen, so ist es am schicklichsten für sie; denn Allah ist wohl bekannt mit dem, was sie tun. [31] Sage auch den gläubigen Frauen, dass sie ihre Augen niederschlagen und sich vor Unkeuschem bewahren sollen und dass sie nicht ihre Zierde (ihren nackten Körper, ihre Reize), außer nur was notwendig sichtbar sein muss, entblößen und dass sie ihren Busen mit dem Schleier verhüllen sollen. Sie sollen ihre Reize nur vor ihren Ehemännern zeigen oder vor ihren Vätern oder vor den Vätern ihrer Ehemänner oder vor ihren oder den Söhnen ihrer Ehemänner, den Stiefsöhnen, oder vor ihren Brüdern oder vor den Söhnen ihrer Brüder und Schwestern oder vor den Frauen oder vor ihren Sklaven oder vor den Dienern, welche kein Bedürfnis zu Frauen (keinen Geschlechtstrieb) fühlen, oder vor Kindern, welche die Blöße der Frauen nicht beachten. Auch sollen sie ihre Füße nicht so werfen, dass man der Zierde, die sie verbergen sollen, gewahr werde.

 
Im gleichen Absatz folgt eine Passage, die in einigen anderen Übersetzungen minimal, aber doch entscheidend variiert:
 

[32] (...) Zwingt auch euere Sklavinnen, wenn sie ehrbar und keusch sein wollen, nicht zur Hurerei, der zufälligen Güter des irdischen Lebens wegen. Wenn sie aber dennoch jemand dazu zwingt, so wird ihnen Allah, nachdem sie gezwungen wurden, versöhnend und barmherzig sein.

 
An einem Frauenkörper muss nichts „notwendig sichtbar sein“ außer den Augen, denn sonst läuft frau gegen die nächste Wand. Der Text erinnert unmittelbar an die Totalverschleierung des strengsten Islam. Die pedantische, peinlich genaue Aufzählung der männlichen Wesen, welche die Frau unverschleiert sehen und ihre „Reize“ kosten dürfen, konterkariert die oft geäußerte Behauptung, der Schleier diene dem Schutz der Frau vor Vergewaltigung und nicht etwa der gesellschaftlichen Segregation: hier wird die Frau zum Privatbesitz der männlichen Familienmitglieder.
So sind es denn auch die zur Prostitution gezwungenen Sklavinnen, die der „Versöhnung und Barmherzigkeit“ Allahs bedürfen, nicht etwa ihre (männlichen) Herren, die eventuell als reuige Sünder Buße tun möchten. „Unkeuschheit“ ist nach dieser Lesart eine weibliche Ureigenschaft, die Erbsünde, vor welcher der Mann sich beschützen lässt. Hier gibt es eine augenfällige Parallele zum traditionellen islamischen Recht, der Scharia. Die Scharia findet beispielsweise im Iran Anwendung. Doch auch aus anderen Teilen der islamischen Welt sind Fälle bekannt, in denen Frauen und Mädchen, die Opfer von Vergewaltigungen wurden, auf der Grundlage der Scharia zu barbarischen Strafen wegen „unkeuschem Verhaltens“ verurteilt wurden (Verkehrung des Täter-Opfer-Verhältnisses).    
Für den Ausdruck „von Unkeuschem“ setzt Winter in Vers 30 eine Fußnote: „Wörtlich: vor allen Schamteilen.“ Wiederum scheint die Frau Unkeuschheit und Scham gepachtet zu haben, denn nur ihren Körper und nicht etwa den des Mannes gilt es der Blicke der Öffentlichkeit zu entziehen. Welche Teile ihres Körpers „Scham“ sind und verschleiert werden müssen ist nicht die Entscheidung der Frau, sondern die des Mannes/ der Männer. In weiteren Versionen dieser Passage erfährt die Übersetzung des arabischen Begriffs für „Scham“ einen Bedeutungswandel (s.u.).
Vom Standpunkt der Psychoanalyse allein ist die ebenso populäre wie falsche Annahme, dass die Verschleierung den Frauen einen lebenslangen „Schutz“ und „Sicherheit“ böte, schon bedenklich. Dramatisch ist jedoch der sich aus dieser oberflächlichen Interpretation und etwa Sure 33, Vers 59 ergebende Umkehrschluss, dass unverschleierte Frauen (nicht nur moderne Muslimas, sondern auch Jüdinnen und Christinnen!) Freiwild für sexhungrige Männer seien:
 

Sage, Prophet, deinen Frauen und Töchtern und den Frauen der Gläubigen, dass sie ihr Übergewand (über ihr Antlitz) ziehen sollen, wenn sie ausgehen; so ist es schicklich, damit man sie als ehrbare Frauen erkenne und sie nicht belästige.



(In einer Fußnote wird erläutert, worum es sich bei dem „Übergewand“ handelt: „Dieses Gewand, gewöhnlich aus weißer Leinwand, bedeckt die Frauen stets außer Haus vom Kopf bis zu den Füßen und hat nur einen schmalen Schlitz für die Augen." )    
 
Ein klassisches Alibi für islamische Vergewaltiger und Mörder von Muslimas, gerade auch in der europäischen Islam-Diaspora, ist die Anklage der Täter, ihr Opfer habe sich zu „westlich“ gekleidet und sein Los somit selbst zu verantworten. 


Vergleichen wir mit weiteren Koran-Übersetzungen:


AHMADEYYA:
 
[30] Sprich zu den gläubigen Männern, daß sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren sollen. Das ist reiner für sie. Wahrlich, Allah ist recht wohl kundig dessen, was sie tun. [31] Und sprich zu den gläubigen Frauen, daß sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren sollen und daß sie ihre Reize nicht zur Schau tragen sollen, bis auf das, was davon sichtbar sein muß, und daß sie ihre Tücher über ihre Busen ziehen sollen und ihre Reize vor niemandem enthüllen als vor ihren Gatten, oder ihren Vätern, oder den Vätern ihrer Gatten, oder ihren Söhnen, oder den Söhnen ihrer Gatten, oder ihren Brüdern, oder den Söhnen ihrer Brüder, oder den Söhnen ihrer Schwestern, oder ihren Frauen, oder denen, die ihre Rechte besitzt, oder solchen von ihren männlichen Dienern, die keinen Geschlechtstrieb haben, und den Kindern, die von der Blöße der Frauen nichts wissen. Und sie sollen ihre Füße nicht zusammenschlagen, so daß bekannt wird, was sie von ihrem Zierat verbergen. Und bekehret euch zu Allah insgesamt, o ihr Gläubigen, auf daß ihr erfolgreich seiet.
 
PARET:
 
[30] Sag den gläubigen Männern, sie sollen (statt jemandes anzustarren, lieber) ihre Augen niederschlagen, und ihre Keuschheit bewahren. So halten sie sich am ehesten sittlich (und rein). Allah ist wohl darüber unterrichtet, was sie tun. [31] Und sag den gläubigen Frauen, sie sollen (statt jemanden anzustarren, lieber) ihre Augen niederschlagen, und ihre Keuschheit bewahren, den Schmuck, den sie (am Körper) tragen, nicht offen zeigen, soweit er nicht (normalerweise) sichtbar ist, ihren Schal sich über den (vom Halsausschnitt nach vorne heruntergehenden) Schlitz (des Kleides) ziehen und den Schmuck, den sie (am Körper) tragen, niemandem offen zeigen, außer ihrem Mann, ihrem Vater, ihrem Schwiegervater, ihren Söhnen, ihren Stiefsöhnen, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und ihrer Schwestern, ihren Frauen, ihren Sklavinnen, den männlichen Bediensteten, die keinen Geschlechtstrieb (mehr) haben, und den Kindern, die noch nichts von weiblichen Geschlechtsteilen wissen. Und sie sollen nicht mit ihren Beinen aneinanderschlagen und damit auf den Schmuck aufmerksam machen, den sie (durch die Kleidung) verborgen (an ihnen) tragen. Und wendet euch allesamt (reumütig) wieder Allah zu, ihr Gläubigen Vielleicht wird es euch (dann) wohl ergehen.
 
RASSOUL:
 
[30] Sprich zu den gläubigen Männern, daß sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren sollen. Das ist reiner für sie. Wahrlich, Allah ist dessen, was sie tun, recht wohl kundig. [31] Und sprich zu den gläubigen Frauen, daß sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren und ihren Schmuck nicht zur Schau tragen sollen - bis auf das, was davon sichtbar sein darf, und daß sie ihre Tücher um ihre Kleidungsausschnitte schlagen und ihren Schmuck vor niemand (anderem) enthüllen sollen als vor ihren Gatten oder Vätern oder den Vätern ihrer Gatten oder ihren Söhnen oder den Söhnen ihrer Gatten oder ihren Brüdern oder den Söhnen ihrer Brüder oder Söhnen ihrer Schwestern oder ihren Frauen oder denen, die sie von Rechts wegen besitzen, oder solchen von ihren männlichen Dienern, die keinen Geschlechtstrieb mehr haben, und den Kindern, die der Blöße der Frauen keine Beachtung schenken. Und sie sollen ihre Füße nicht so (auf den Boden) stampfen, daß bekannt wird, was sie von ihrem Schmuck verbergen. Und wendet euch allesamt reumütig Allah zu, o ihr Gläubigen, auf daß ihr erfolgreich sein möget.
 
AZHAR:
 
[30] Sage den gläubigen Männern, sie sollen den Blick niederschlagen und ihre Keuschheit wahren. Das ist lauterer für sie. Gottes Kenntnis umfaßt alles, was sie tun. [31] Und sage den gläubigen Frauen, sie sollen den Blick niederschlagen und ihre Keuschheit wahren und ihre Zierde nicht zeigen, außer dem, was davon sichtbar ist, und sie sollen ihre Tücher über ihren Kleiderausschnitt ziehen und ihre Zierde niemandem zeigen außer ihren Ehemännern, ihren Vätern, Schwiegervätern, ihren Söhnen, Stiefsöhnen, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und ihrer Schwestern, den Frauen, mit denen sie Umgang haben, den Leibeigenen, den mit ihnen lebenden Männern, die Frauen nicht mehr begehren, und den Kindern, die noch kein Verlangen nach Frauen haben. Sie sollen den Boden nicht mit den Füßen schlagen, um verdeckten Schmuck bemerkbar zu machen. Kehrt alle reumütig zu Gott zurück, ihr Gläubigen, damit ihr Erfolg erzielt!
 
ZAIDAN:
 
[30] Sag zu den Mumin-Männern, daß sie von ihren Blicken niederschlagen und ihre Keuschheit bewahren. Dies ist reiner für sie. Gewiß, ALLAH ist dessen allkundig, was sie bewerkstelligen. [31] Und sag zu den Mumin-Frauen, daß sie von ihren Blicken niederschlagen, ihre Keuschheit bewahren und ihren Schmuck nicht sichtbar tragen außer dem, was davon sichtbar wird, und daß sie ihre Khumur bis über ihre Dschuyub ziehen, und daß sie ihren Schmuck vor niemandem sichtbar tragen außer vor ihren Ehemännern, ihren Vätern, den Vätern ihrer Ehemänner, ihren Söhnen, den Söhnen ihrer Ehemänner, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder, den Söhnen ihrer Schwestern, ihren Frauen, denjenigen, die ihr gehören, den Bediensteten außer denjenigen mit Verlangen von den Männern oder den Kindern, die noch nichts über die Blößen der Frauen wissen, und daß sie mit ihren Füßen nicht (auf den Boden) stampfen, damit bekannt wird, was sie noch von ihrem Schmuck verbergen. Und bittet ALLAH um Vergebung allesamt - ihr Mumin! - damit ihr erfolgreich werdet.
 
KHOURY:
 
[30] Sprich zu den gläubigen Männern, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham bewahren. Das ist lauterer für sie. Gott hat Kenntnis von dem, was sie machen. [31] Und sprich zu den gläubigen Frauen, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham bewahren, ihren Schmuck nicht offen zeigen, mit Ausnahme dessen, was sonst sichtbar ist. Sie sollen ihren Schleier auf den Kleiderausschnitt schlagen und ihren Schmuck nicht offen zeigen, es sei denn ihren Ehegatten, ihren Vätern, den Vätern ihrer Ehegatten, ihren Söhnen, den Söhnen ihrer Ehegatten, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und den Söhnen ihrer Schwestern, ihren Frauen, denen, die ihre rechte Hand besitzt, den männlichen Gefolgsleuten, die keinen Trieb mehr haben, den Kindern, die die Blöße der Frauen nicht beachten. Sie sollen ihre Füße nicht aneinanderschlagen, damit man gewahr wird, was für einen Schmuck sie verborgen tragen. Bekehrt euch allesamt zu Gott, ihr Gläubigen, auf daß es euch wohl ergehe.
 
Im Gegensatz zu der von Ullmann gegebenen Version fällt hier in allen Übersetzungen auf, dass sich nicht Männer und Frauen „vor Unkeuschem“ (Scham, Schamteilen) bewahren“ sondern „ihre Keuschheit, Scham“ bewahren sollen. Freilich ändert der Bedeutungswandel nichts daran dass die Frau als Quelle des Übels verortet wird – ihre Schamzone umfasst große Teile des weiblichen Körpers und muss im Gegensatz zum Mann notwendigerweise verschleiert werden. Wenn auch Winters Erläuterung von „Zierde“ als „ihr nackter Körper, ihre Reize“ (und eben nicht nur „Schmuck“ wie etwa Kosmetika) bei keiner der sechs Alternativen gegeben wird, so wird an der Isolierung der Frau festgehalten, damit Männer „ihre Keuschheit“ bewahren können. Mit verhängnisvoller Konsequenz setzt sich diese Logik in den Hadithen fort, Sammlungen von Tausenden von Sprüchen und Anekdoten, die Mohammed zugeschrieben werden und an deren Aussagen Muslime überall auf der Welt glauben. Siehe dazu den Text von Ralph Ghadban „Das Kopftuch in Koran und Sunna“, Abschnitt „Das Frauenbild in der Sunna“, veröffentlicht von der Bundeszentrale für politische Bildung.
 
Richten wir unser Augenmerk nun auf Vers 32 (das Los der Sklavinnen):
 
AHMADEYYA:
Zwingt sie aber einer, dann wird Allah gewiß allvergebend und barmherzig (zu ihnen) sein nach ihrem Zwang.
 
PARET:
Wenn (jedoch) jemand sie (wirklich dazu) zwingt, dann ist Allah gewiß nach ihrem erzwungenen Tun, barmherzig und bereit zu vergeben.
 
RASSOUL:
Werden sie aber (zur Prostitution) gezwungen, dann wird Allah gewiß nach ihrem erzwungenen Tun Allvergebend und Barmherzig (zu ihnen) sein.
 
ZAIDAN:
Und wer sie zwingt, dann ist ALLAH gewiß nach dem Zwang ihnen gegenüber allvergebend, allgnädig.
 
KHOURY:
Und wenn einer sie dazu zwingt, so ist Gott, nachdem sie gezwungen worden sind, voller Vergebung und barmherzig.
 
So schlecht scheint meine Koran-Übersetzung dann doch nicht zu sein!
Nur die Übersetzung der angesehenen islamischen AZHAR-Universität in Kairo fällt aus dem Rahmen:
 


Wer sie aber gezwungen hat und das dann bereut, dem wird Gott voller Vergebung und Erbarmen verzeihen.

 
Diese Version ist durchaus mit dem modernen abendländischen Verständnis von Moral und Recht konform. Die Sprache der Azhar-Übersetzung wirkt generell moderner und bodenständiger als die anderer Versionen. Ob hier eine modernere Form des Islam angestrebt wird oder die wahre Aussage des Koran vertuscht werden soll, vermag ich nicht zu beurteilen. Würde ich zu Verschwörungstheorien neigen, erschiene mir letzteres wahrscheinlich. 
Vielleicht sind deutsche Übersetzungen des Koran generell mit Fehlern behaftet und die Schönheit des Buches entfaltet sich eher im Englischen? Bitteschön:
 
YUSUFALI:
But if anyone compels them, yet, after such compulsion, is Allah, Oft-Forgiving, Most Merciful (to them),
 
PICKTHAL:
And if one force them, then (unto them), after their compulsion, lo! Allah will be Forgiving, Merciful.
 
KHALIFA:
If anyone forces them, then GOD, seeing that they are forced, is Forgiver, Merciful.
 

Dasselbe Bild!


Nur SHAKIR wird zweideutig:

…and whoever compels them, then surely after their compulsion Allah is Forgiving, Merciful.
 
Es fällt schwer, der immer wieder geäußerten Behauptung Glauben zu schenken, der Islam gemäß den Anweisungen des Koran vertrage sich per se mit den Grundprinzipien von Gleichberechtigung und Menschenrechten. Vielmehr führt die Lektüre des Koran immer wieder vor Augen, dass derjenige, der wortwörtlich nach dem Gebot des Koran lebt und darin die einzige Quelle von Recht und Gesetz sieht, zwangsläufig in Konflikt mit den westlichen Verfassungsstaaten und ihren Gesellschaften gerät – und umgekehrt.
Die populäre Behauptung, dass es sich bei dem gegenwärtigen Konflikt nur um eine Auseinandersetzung zwischen Islam und Christentum, also einen Religionsstreit handelt, ist verharmlosend und falsch. Der heutige Westen hat wenig gemein mit dem feudalstaatlichen christlichen Abendland, das u.a. die Kreuzzüge hervorbrachte. Unsere modernen europäischen Staaten, unsere moderne Gesellschaft sind mehr oder weniger ein Produkt der letzten 350 Jahre, von Aufklärung und Säkularisation auf Kosten von Kirche und Staat. Hingegen fand die Welt des Islam bis heute nicht die Kraft zu einem Neuanfang ähnlich dem des Westfälischen Friedens 1648 nach dem entsetzlichen Dreißigjährigen Krieg. Die Front zwischen dem Islam und dem Westen verläuft vielmehr zwischen Vormoderne und Moderne und markiert einen echten Zivilisationskonflikt.

Freilich zeichnet sich auch in Europa und in den USA eine Rückkehr des Religiösen in Staat und Politik ab (s. protestantische Erweckungsbewegungen in den USA), die ich mit Argwohn beobachte. Doch in der islamischen Welt ist diese Dynamik weit mächtiger und folgenreicher; das bezeichnen Faktoren wie das rasante Bevölkerungswachstum ob in den islamischen Staaten oder in der europäischen Islam-Diaspora, Migration und der stetig wachsende Einfluss radikalislamischer Kräfte (wie zuletzt in Palästina und im Iran).    

29.1.06 17:54


Scharlatane

Der Heidelberger Sportwissenschaftler Daniel Erlacher hat sich einem Thema verschrieben, das "Infotainment"-Sendungen immer wieder gerne aufgreifen, ehe es schließlich bei dubiosen Geschäftemachern landet: Ist es möglich, im Schlaf zu lernen?
Wir erinnern uns an die Angebote aus den 90er Jahren, wo Audiokassetten nebst der Versprechung feilgeboten wurden, man könne durch die Berieselung während des Schlafes seine Fremdsprachenkenntnisse verbessern. Als wir Kinder waren empfahlen uns die Erwachsenen bei einer besonders schweren Lektüre, das Buch unter das Kopfkissen zu legen und eine Nacht drüber zu schlafen. Läuft im Prinzip auf dasselbe hinaus und ist genauso erfolgreich.

Daniel Erlacher konzentriert sich in seiner Forschung auf sogenannte Klarträume - Träume, in denen sich der Träumende bewusst ist, dass er träumt und deren Verlauf er in gewissem Maße steuern kann.

"Test im Schlaflabor

Eine von Erlachers Testpersonen ist der Klarträumer und Leichtathlet Martin. Im Schlaflabor soll er kleine Aufgaben im Traum erledigen. Dazu ist Martin mit Elektroden verkabelt. Diese sind verbunden mit einem Computer, der Hirnströme, Muskelaktivität, Puls, Atemfrequenz und vor allem die Augenbewegung aufzeichnet. Sobald er klarträumt, soll er ein Signal geben, das die beiden zuvor vereinbart haben. Da sich nur die Augenmuskeln im Traum bewegen lassen, will Martin versuchen, sobald er klarträumt, mit den Augen ein Zeichen zu geben.

Für Erlacher stellt sich nun die Frage, ob es ihm gelingen kann, mit dem Träumenden während des Traums direkt in Kontakt zu treten und ihm sogar gezielte Anweisungen für ein Training mitzugeben. Und tatsächlich gibt Martin den vereinbarten Wink. Eine deutliche Augenbewegung aus dem Traum heraus: die Pupille bewegt sich zwei Mal hin und her, also Links-Rechts-Links-Rechts. Nun kann Erlacher mit dem abgesprochenen Programm beginnen.

Schlafend aus der Puste

Martin soll Kniebeugen machen, da die Übung im Wachzustand viel Kraft kostet. Jetzt können nur die Daten auf dem Monitor bezeugen, ob die geträumten Übungen auch körperlich auf Martin wirken. Äußerlich sieht man ihm nichts an, er liegt ruhig schlafend im Laborbett. Die Kurven auf dem Bildschirm zeigen es aber eindeutig: Martins Puls steigt, ebenso seine Atemfrequenz. Die Nervenzellen im Gehirn feuern Signale ab, so als würde er tatsächlich Sport treiben. Martin leistet fast die optimiale Simulation. Der einzige Unterschied ist jedoch, dass im Rückenmark der Körper die Signalübertragung unterbricht. In Armen und Beinen kommen die Befehle aus dem Gehirn nicht an und bleiben daher ruhig.

Der Nachweis, dass das nächtliche Training tatsächlich einen körperlichen Effekt hat, ist damit erbracht - für Daniel Erlacher ein voller Erfolg. So hat er Ende Oktober für seine Forschungsarbeit den renommierten Wissenschaftspreis der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft erhalten. Erlachers Vermutung geht aber noch einen Schritt weiter: Wenn jemand im Traum trainiert, dann - so erwartet er - müsse der Sportler auch im Wachzustand bessere Resultate bringen. Darauf weisen die ersten positiven Ergebnisse."

Quelle

Ich weiß nicht, ob es eine sensationelle Erkenntnis ist, dass das Traumgeschehen einen Effekt auf den Körper hat (Puls, Atemfrequenz). Vermutlich ist jeder von uns schon einmal schweißgebadet und mit klopfendem Herzen aufgewacht. Doch die Voraussage, dass sich im Schlaf trainieren lasse, birgt doch ein ganz ordentliches Potenzial. Schlaf Dich schön! Schlaf Dich intelligent! Geh als Dorfdepp ins Bett und stehe als Atomphysiker wieder auf! Schlafe, damit es mit Deutschland wieder aufwärts geht!

Über die Gratwanderung zwischen Wissenschaft und Esoterik in der Schlaf- bzw. Traumforschung schrieb der SPIEGEL bereits 2004.
15.12.05 18:18


Die Brandnächte in Frankreich

Ein Franzose, der am Freitag in Stains bei Paris am Rande der Krawalle von einem Vermummten niedergeschlagen worden und in ein Koma gefallen war, erlag seinen Verletzungen. (...)

In der elften Nacht seit Beginn der Unruhen wurden nach einer Bilanz der Polizei 1.408 Autos in Brand gesteckt, etwa 100 mehr als in der Vornacht. Erstmals standen mehr Autos außerhalb des Großraums Paris in Flammen. Die Welle erfasste zunehmend Städte im ganzen Land wie Toulouse, Marseille, Rennes sowie Rouen, Straßburg, Nizza und Le Havre. (...)

Die schlimmsten Krawalle gab es in Grigny südlich von Paris. Etwa 200 Jugendliche griffen dort Polizisten mit Steinen und anderen Wurfgeschossen an; mit einem Schrotgewehr wurde auf Beamte geschossen. Zwei Polizisten kamen mit Verletzungen ins Krankenhaus, mehr als 30 Beamte wurden leicht verletzt.

Randalierer "fast militärisch organisiert"

Die Randalierer, unbeeindruckt von zahlreichen Aufrufen zur Ruhe, seien "fast militärisch organisiert" und richteten ihre Angriffe "eindeutig gegen staatliche Einrichtungen und Institutionen", sagte der Generaldirektor der nationalen Polizei, Michel Gaudin. Brandsätze wurden gegen Schulen geworfen. Rathäuser, Polizeidienststellen und Finanzämter in Perpignan, Clermont-Ferrand und Nîmes, auch zwei Kirchen in Lens bei Lille und in Sète am Mittelmeer waren Ziel des Zerstörungswerks.

(Quelle: AOL News)

Ich gebe es zu: Ich verstehe nicht, was sich Nacht für Nacht in Frankreichs Metropolen abspielt. Begonnen hat alles, als sich zwei unterbelichtete Kriminelle ausgerechnet in einem Trafohäuschen versteckten - tödliche Stromschläge. Ihre Kumpel waren erbost, dass die Polizei die beiden nicht ungestört ihrer unehrlichen Arbeit nachkommen ließ. Daraufhin hauten sie ein ganzes Stadtviertel zu Klump. Um die Täter zu beschreiben traf der französische Innenminister Sarkozy die Wortwahl "Gesindel". Ok, ich hätte eine ähnliche Bezeichnung gewählt, denn die Aufrührer (Einwanderer und -Kinder aus Nordafrika) haben eine seltsame Art zu beweisen, dass das Gegenteil zutrifft und sie in Wahrheit ganz zivilisierte Zeitgenossen sind. Jedenfalls fühlt sich das Gesindel derart provoziert und gedemütigt, dass es gar nicht anders kann als die Gewalt mit jeder neuen Nacht weiter eskalieren zu lassen. Die "Demonstranten" - so lautet das politisch korrekte Wort für Gesindel in einigen deutschen Medien - fordern, so vernimmt man immer wieder, den Rücktritt von Sarkozy und den Abzug der Polizei aus den Kampfgebieten. - Ach, das wars? Sonst nichts? Meine Verblüffung wächst. Für was haben wir früher nicht alles demonstriert - für die 35-Stunden-Woche, für Rente mit 60, für Gleichberechtigung, für die Einheit Deutschlands, das Ende des Ostblocks und Freibier für alle. Niemandem wurde dabei ein Haar gekrümmt - vielleicht haben wir irgendwas falsch gemacht. Denn für die aufständischen Kleinkriminellen zwischen Paris und Marseille ist es offenbar zu viel verlangt, die Zerstörung fremden Eigentums und sozialer und staatlicher Einrichtungen zu unterlassen und aufzuhören, mit Knüppeln, Brandsätzen und Gewehren Polizisten und Passanten zu attackieren. Ziel dieser (warum sagen wir nicht gleich "Kundgebungen" ist es, die Staatsmacht auf die Probe zu stellen und, wie es scheint, das Recht zu erstreiten, auch weiterhin ungestört Straftaten begehen zu können.
7. November, 19 Uhr, ZDF, "heute"-Nachrichten: Ein ungewohnter Einblick in die Realität der französischen Trabantenstädte, in denen ganze Viertel von Einwanderern bewohnt und - beherrscht werden, denn hier entzündeten sich die Unruhen. Ein junger Muslim erklärt: "Stellen Sie sich vor, sie müssten den Jugendlichen erklären, dass hier seit 30 Jahren mit Drogen gedealt wird... Wie sagen Sie denen, dass sie plötzlich arbeiten sollen, obwohl sie mit dem Dealen viel besser verdienen." Die französischen Vororte bilden längst geschlossene Parallelgesellschaften, in denen eigene Gesetze herrschen: Zum einen das "Gesetz der Straße", zum anderen das islamische traditionelle Recht der weitaus überwiegend muslimischen Immigranten. Französisches Recht und Gesetz ist aus diesen Umgebungen längst ausgeschlossen, die Vandalen kämpfen dafür, dass es so bleibt. Und Allah ist natürlich wieder mit von der Partie.
Parallele Gesellschaften, getrennte Sphären von Recht und Ordnung, anarchistische Quasi-Staaten im Staat: was die französische Einwanderungs- und Innenpolitik in den letzten Jahrzehnten geschaffen hat, ist das Gegenteil von Integration - Apartheid.


Gudrun Eussner verlinkt Theodore Dalrymple: The Barbarians At The Gate Of Paris

7.11.05 21:04


Ursula von der Leyen


 


Das ist Ursula von der Leyen (47), CDU. An den Genuss dieses vertrauensvollen und unerschütterlichen Lächelns werden wir uns gewöhnen müssen, denn die Dame soll im Kabinett einer „Großen Koalition“ unter Angela Merkel, so es dazu kommt, die Funktion einer Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erhalten.


Kinder liegen Frau von der Leyen besonders am Herzen. Sie selbst hat sieben Stück davon. Im September stellte sich von der Leyen einer CDU-Veranstaltung in Georgsmarienhütte als Diskutantin zur Verfügung, Thema: „Kinder sind Zukunft, Familienpolitik ist Wachstumspolitik". An dem Motto ist was dran, das zeigt schon der Umstand dass von der Leyen, geborene Albrecht und Tochter eines Ministerpräsidenten a.D., selbst eines von sechs Kindern war. Ihr Gatte, ein Prof. Dr. med. von der Leyen (Geschwisterzahl unbekannt), bringt wohl auch ein nicht unansehnliches Kapital in die Beziehung ein.fficeffice" />


Bei diesem aufgeschlossenen Gesicht trifft es mich bestimmt nur halb so hart, wenn Frau von der Leyen staatliche Stützen streicht (wie etwa das Blindengeld in Niedersachsen) und in einem Exkurs in die Metaphysik die „Bereicherung“ preist, die Kinder ins Menschenleben eines Erwachsenen bringen (wie anlässlich des Wahlkampfs in einer PHOENIX-Plauderrunde). Gespartes Geld will von der Leyen, die übrigens nicht nur ein Studium der Medizin, sondern auch der Volkswirtschaft abgeschlossen hat, auf staatliche Maßnahmen umverteilen, um die von Vural Öger apostrophierte „Gebärfaulheit“ der deutschen Frau zu beseitigen. Zwar zeigt die Erfahrung, dass eine staatsgelenkte Familienpolitik nichts nützt, also keinen nennenswerten Einfluss auf die Entwicklung der Geburtenrate hat. Doch das Image der weltklugen Supermutti, die sich für das Wohl der Gemeinschaft abarbeitet, passt auf die siebenfache Mutter und x-fache Kindermädchen-Bezahlerin von der Leyen wie die Faust aufs Auge: die kühne Reformerin, die, hart aber herzlich, auf der Suche nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten das Sozialwesen umkrempelt und die Kollekte für ein potemkinsches Dorf namens Familienpolitik verschleudert.


Der durch die „Vergreisung“ der Deutschen immer wieder an die Wand gemalte Untergang des Abendlandes dürfte übrigens auf sich warten lassen: Die Kinder, die heute nicht geboren werden, liegen nicht 18 Jahre den Eltern auf der Tasche und belasten später auch nicht die Rentenkassen. Um das zu vermitteln bedürfte es jedoch einer anderen Staatsschauspielerin als Ursula von der Leyen.


 

17.10.05 19:41


Abt. Schildbürger

Die „political correctness“ in Deutschland treibt weiter seltsame Blüten. Da werden drei Neonazis vor dem Bundesgerichtshof freigesprochen, weil der von ihnen kreierte Slogan „Ruhm und Ehre der Waffen-SS“ nicht mit dem offiziellen Motto der SS „Unsere Ehre heißt Treue“ verwechselt werden könne.


Hier gibt es in der Tat nichts zu verwechseln. Ich hätte die menschenverachtende Hetze auch ohne die Erläuterungen des BGH nicht für eine Einladung zum Gänseblümchen-Pflücken gehalten. Man weiß was gemeint ist.


Ich assoziierte zwei Zitate. Das eine ist ein Wahlspruch der Antifa, Urheber unbekannt:


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Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!


 


Das andere stammt von Joseph Goebbels. Goebbels, ein fühlloser Zyniker mit großem Drang zur Selbstdarstellung, erhellt darin sowohl den Hintergrund seines eigenen nationalsozialistischen Ungeistes, als auch eine der Ursachen für das Scheitern der Weimarer Republik:


 


Es wird wohl immer einer der besten Witze der Demokratie bleiben, dass sie ihren Todfeinden die Mittel selber stellte, durch die sie vernichtet wurde.


 


Sollte man immer im Hinterkopf behalten.


 


Siehe auch den "Freitagskommentar" von Henryk M. Broder, zu hören auf seiner Homepage!

2.8.05 20:36


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