Maethor

 

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Die Grössten

Abt. Besonders Wertvoll

fficeffice" />Anker-Steinbaukästen


 


Seit langem wollte ich einem ganz besonderen Spielzeug ein paar Zeilen widmen. Es handelt sich um die legendären Anker-Steinbaukästen, einst  überaus beliebt in der ganzen Welt. Im Jahre 1880 erwarb der Fabrikant Friedrich Adolf Richter von den hoch verschuldeten Gebrüdern Lilienthal (heute vor allem als Luftfahrtpioniere bekannt) ein Rezept zur Herstellung von handlichen Modellbausteinen. Kurz darauf startete in Richters Fabrik im thüringischen Rudolstadt die Serienproduktion der „Ankersteine“. Aus Quarzsand, Kreide und Leinöl gepresst, sind diese Bausteine echte Naturprodukte. Im Gegensatz zu gewöhnlichen Bauklötzen aus Holz erwecken sie durch Aussehen und Gewicht den Eindruck von „echtem“ Stein. Die Ankersteine erweckten eine Faszination die sie bald bei Groß und Klein beliebt machte. Auf dem Höhepunkt ihres Erfolges unterhielt die Richtersche Firma u.a. Dependancen in Amsterdam, St. Petersburg und New York. 1953 wandelte die DDR das Unternehmen in einen „Volkseigenen Betrieb“ um, 1963 wurde die Produktion ganz eingestellt. Aber längst besaßen die Steinbaukästen in aller Welt eine treue Fangemeinde, was erheblich dazu beitrug, dass im Jahre 1995 die Fabrik in Rudolstadt wiedereröffnen konnte und die Steine seitdem wieder hergestellt werden.


Die Ankersteine kommen damals wie heute in edlen Holzkästen mir Schiebedeckel. Jedem Kasten liegen Hefte mit Bauvorlagen und den dazugehörigen Schnitten bei. Es handelt sich um Reprints der Originalzeichnungen aus dem 19. Jahrhundert. In meiner Kindheit übten schon diese wunderschönen Zeichnungen an sich einen unwiderstehlichen Reiz – sie zeigen die Modelle meist eingebettet in alltägliche Szenen und Umgebungen.


Die „Urform“ des Anker-Systems ist ein einfacher Würfel von 2,5 cm Kantenlänge. Die Maße aller anderen Steine, ob groß oder klein, leiten sich davon ab. Das Material aus den derzeit verfügbaren Grundkästen (Nr. 4 und 6) ermöglicht schon interessante Übungen, um die Fingerfertigkeit des Baumeisters zu schulen; diese „Grundausstattung“ lässt sich durch zahlreiche Ergänzungskästen kombinieren und erweitern.


Je mehr Steine zur Verfügung stehen desto komplexer die Bauwerke die sich damit errichten lassen. In den größeren Ergänzungskästen findet sich zudem eine große Vielfalt von unterschiedlichen Elementen – von der romanischen Säule bis zum gotischen Spitzbogen. Verzierungen oder verspielte Details als Blickfänger lassen sich mit den vielen, teils nur wenige Millimeter großen kleineren Steinen anlegen – ich verwende oft Zahnstocher und Pinzette, um die Winzlinge zu platzieren. Die Errichtung eines der größeren Gebäude nach einer der Vorlagen ist schon eine abendfüllende Beschäftigung; der Schweiß rinnt von der Stirn, wenn man über die „Baustelle“ gebeugt verharrt und versucht, einen halbzentimetergroßen Schlussstein punktgenau abzusetzen.


Hierin liegt ein Aspekt der Faszination des Modellbaus, speziell der Ankersteine: Das Bewusstsein muss sich konzentrieren, um das Werk zu vollenden; mit der Umsetzung des Bauplans in die Wirklichkeit werden nicht nur die Steine, sondern auch das Bewusstsein des Spielenden „in Ordnung“ gebracht. So verspüre ich schon während des Bauens bei aller Konzentration eine tiefe Entspannung und Befriedigung. An den Ankersteinen macht nicht nur das Spiel selbst, sondern sogar das Aufräumen Spaß: zu jedem einzelnen Kasten gibt es ein ausgeklügeltes System das dafür sorgt, dass alle Steine wie bei einem Puzzle möglichst lückenlos und Platz sparend eingepackt werden.


Ankersteine sind heute ein perfektes Kreativspielzeug für Erwachsene. Meine ersten drei Kästen erwarb ich in einem kleinen, feinen Spielwarengeschäft in meiner Stadt, das vor allem Holzspielzeug u.ä. führt. Bei meinen Einkäufen interessierte sich die Verkäuferin sehr dafür welche Verwendung ich für die Kästen hätte, ob für mich, Kinder etc. Ich entgegnete, dass ich Steine vor allem für mich kaufte, woraufhin mir gesagt wurde, dass das nicht überraschend sei – alle Steinbaukästen, die sie bisher verkauft habe, würden ausschließlich von Erwachsenen bespielt...


Nun könnten mir die heutigen Kinder Leid tun, da sie offenbar keine Ahnung haben, was ihnen entgeht. Andererseits ist es gut für die Steine (und uns Erwachsene). Bei guter Pflege halten Ankersteine theoretisch ewig. Die Betonung liegt auf „guter Pflege“. In unserer Wegwerfgesellschaft, in der Kinder so viel Spielzeug besitzen, dass dafür fast das Haus erweitert werden müsste und es ihnen schon schwer fällt einen Wunsch für Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke zu äußern, da selbst Sechsjährige schon PC und DVD-Player haben, können sich Ankersteine höchstens in einer Nische des Marktes etablieren. Mich nimmt es Wunder, wie hochwertiges Spielzeug aus Blech, Holz, Stein die vergangenen Jahrzehnte und Jahrhunderte überhaupt überstehen konnte – besonders dann, wenn ich an meine eigene Kindheit denke... Objektiv betrachtet war für einen Knaben wie mich die Überschwemmung der Spielzimmer mit billigen und bruchsicheren Plastikspielzeugen ein echter Fortschritt. Meine Destruktivität blieb so ohne schwerwiegende Folgen, oder wenigstens fast ohne schwerwiegende Folgen. Denn die drei original Anker-Steinbaukästen, die sich seit Generationen in Familienbesitz befanden (seit etwa 1900), wurden mein prominentestes Opfer. Sie avancierten schon im Vorschulalter zu meinem Lieblingsspielzeug und blieben es, bis sie restlos zerstört waren. Drei verschimmelte und bis auf zerbröselte Reste leere Hüllen sind alles, was davon übrig ist. Als ich registrierte, dass Sammler bei eBay für gut erhaltene Original-Baukästen mehrere hundert Euro bezahlen begriff ich, dass meine Eltern die Baukästen lieber hätten wegsperren und mir einen Satz Pappkartons spendieren sollen.


Mit dem Alter kommt die Weisheit. Als ich Mitte der 90er erfuhr, dass die Ankersteine wieder hergestellt wurden, fasste ich den Entschluss, die Sammlung wiederaufzubauen - heute besitze ich wieder sechs Kästen. Ich verdanke den Steinbaukästen ein lebenslanges Interesse für Architektur. Kein Zweifel, dass sich auch zukünftige Generationen von den Kunstwerken aus Rudolstadt werden beeinflussen lassen – die Ankersteine werden ihren Platz ganz bestimmt finden.


 



 


Aktuell auf meinem Nachttisch zu bewundern: Die "Große Stadtkirche" nach Kasten 14a.


 



 


Das letzte Drittel des Turms war etwas tricky...


 



 


Modell "Renaissance-Pavillon" (14a) in der Totalen...


 



 


...und im Detail.


 


Anker-Links:


 


Homepage des Herstellers


George Hardy, Club der Ankerfreunde (CVA)


Christof Nöbauer


Burkhard Schulz


 

7.2.05 12:34


John Waters

Nicht Roger, nicht Frank, nein John Waters ist das Thema: Seit den späten 60er Jahren stellte der Regisseur in einer beispiellosen Filmreihe den amerikanischen Traum und die amerikanische Lebensart auf den Kopf. Größtenteils handelt es sich um trashige Low-Budget Streifen, die mit derselben Schauspielerriege eingespielt wurden, im harten Kern Darsteller wie Mink Stole, Edith Massey und in der Hauptrolle Travestie-Star und Muse Divine. Das Ergebnis ist stets ein Frontalangriff auf den „guten Geschmack“. Waters Filme sind zwar urkomisch, lassen dem Zuschauer aber auch keine ruhige Minute. Teenager mit Betonfrisuren und –Lächeln treten auf, Flittchen und Bardamen sind zurechtfemacht als sei ihr Makeup explodiert, affektierte Friseure haben unterirdische Gelüste nach kleinen Mädchen, aus dem Ei gepellte Gigolos verkaufen Hausfrauen als Sex-Sklaven, Nabelschnüre werden durchgebissen. Blut, Eiter und Erbrochenes wirken wie Dekoration. Die Protagonisten in einem Waters-Film sind Monster in Menschengestalt, grelle Schreckensgestalten, zwischen denen der Zuschauer wie ein Pinball von Anschlag zu Anschlag herumirrt.


Familie und Showbusiness, mithin die Lebenswelt und das Ideal des Kleinbürgertums, haben es John Waters angetan. Die Eskalation ist freilich vorprogrammiert: Hier wie dort werden vermeintliche Werte rasch als Trug demaskiert, als schöner Schein, der mühsam eine durch und durch brutale Gesellschaft übertüncht. Scheinheiligkeit und Schönheitswahn bleiben auf der Strecke. In „Female Trouble“ (1974) wird eine durch die Säureattacke ihrer Nebenbuhlerin entstellte Schlampe (Divine alias Dawn Davenport) von einem perversen Pärchen zum Showstar hochstilisiert. Am Höhepunkt des Films tötet Dawn erst ihre eigene Tochter, ehe sie die Bühne betritt und eine obszöne Show abzieht: „Who wants to be famous? Who wants to die for art?“, woraufhin sie wahllos ins Publikum schießt. In dem glatteren, kommerziell erfolgreichen und immer noch mit anarchischem Witz ausgestatteten „Serial Mom“ (1993) spielt Kathleen Turner das treusorgende Muttertier, das Eingriffe ins Familienleben mit Mord korrigiert – und vor Gericht freigesprochen wird.


Die Filme von John Waters sind herrlich überdrehte Satire auf Zeitgeist, Schönheitswahn und Erfolgsstreben. Seine holzschnittartige Charaktere sind jedoch auch die unangenehme Mahnung einer entmenschlichten Gesellschaft. Ich wünschte mir mehr Filmemacher von seiner Sorte.


 



John Waters (l.) und Divine


 


WW:


Mondo Trasho


Pink Flamingos


Desperate Living


Polyester


Hairspray

20.8.04 00:21


Sergius Golowin

Jahrgang 1930, schweizer Bibliothekar, Dichter, Sagensammler und Mythenforscher. Für seine Verdienste um den Erhalt der einheimischen Sagenwelt insbesondere des Alpenraums wurde Golowin mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Seit seiner Jugend verspürte er Faszination für die Überlieferungen der Minderheiten, der Sinti und Roma, aber auch von Ständen, die durch die Modernisierung immer mehr an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden - der Senner und Bergbauern, Gebirgsjäger und Kräutersammler, die alle auf eine Tradition von mehreren hundert, wenn nicht tausend Jahren zurückblicken. Ferner erläutert Golowin in welcher Weise dieses Gedankengut noch heute in unserer Gesellschaft wirksam ist und Spuren hinterlässt. Er setzte sich intensiv mit den Lehren der Rosenkreuzer sowie den dadurch beeinflussten philosophischen und politischen Strömungen auseinander. In den 60er Jahren widmete er sich intensiv der Hippie-Bewegung und arbeitete heraus, inwiefern deren Ideale durchaus als das Wiederaufleben uralten Wissens verstanden werden können.


Sprachlich und stilistisch heben sich Golowins Werke wohltuend von der Masse der "esoterischen" Literatur ab. Nie beschleicht den Leser das Gefühl, dass hier jemand mit einem bestimmten Weltbild missionieren will. Sergius Golowin ist ein Geschichtenerzähler, der seinen Lesern eine Fülle von Informationen an die Hand gibt, die dieser selbst anwenden mag. Wohlverstanden: Golowins Bücher sind erzählte Geschichte - keine Märchen. Sie sind in einem angenehmen, leicht fliessenden Stil gehalten der es ermöglicht, seine Bücher an jeder beliebigen Stelle aufzuschlagen und zu lesen. Manch einer bemängelt das fehlende analytische Element, die fehlende Verbindlichkeit in Golowins Werk. Doch für Golowin ist Geschichte am besten durch Geschichten zu vermitteln, so wie die Sagen und Mythen für unsere Vorfahren einst eine Art "gelebte Geschichte" waren. Somit ist für den Schweizer dem narrativen Element ein höherer Stellenwert beizumessen.


Sergius Golowin war bei meinen Essays mein Vorbild; ich hoffe nur, genug von mir eingebracht zu haben, um nicht als Plagiat zu gelten.  Wir leben in einer Zeit, in der wir die uralten Sagen rasch vergessen. Die nächste Generation wird nichts mehr davon wissen, da die mündliche Tradierung ausgestorben ist. Golowins Werk ist ein vorzüglicher Weg, sich diese Vorwelt neu zu entdecken. Für mich sind seine Bücher eine bereichernde Erfahrung.



WW:


"Die Magie der verbotenen Märchen. Von Hexendrogen und Feenkräutern"


"Die Welt des Tarot"


"Das Geheimnis der Tiermenschen"


"Drache, Einhorn, Oster-Hase"


"Götter der Atomzeit"


"Die großen Mythen der Menschheit"


u.v.a.


"Die Verwandlung der Zeit" (Essay)

17.8.04 13:11


Rose Tattoo

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Obwohl diese Band nachhaltigen Einfluss auf die Rockmusik der 80er und 90er Jahre ausübte, von Guns n´Roses über Metallica bis zu den Deutschen Böhse Onkelz, ist sie außerhalb einer kleinen Schar von Fans kaum bekannt. Rose Tattoo sind eine von zwei Bands die ich mein ganzes Leben lang kenne und die ich vom ersten Augenblick an liebte. (Obwohl mein älterer Bruder eine recht umfangreiche Plattensammlung besaß ist bei mir außer Pink Floyd und eben Rose Tattoo nicht viel hängen geblieben.) 1976 in Sydney, Australien gegründet, spielte diese Band Rock & Roll wie ich ihn seitdem nie wieder gehört habe. Als sich das Quintett zu ersten längeren Tourneen in die USA und nach Europa begab wussten die Kritiker nicht, in welche Schublade sie Rose Tattoo stecken sollten: Punk, wegen der rotzigen, kritischen Texte oder des bedrohlichen Aussehens (Tätowierungen waren in den 70er Jahren noch Tabu, und die „Tatts“ waren praktisch von Kopf bis Fuß tätowiert), oder Metal, wegen der Wucht und schieren Energie. Dass die Musik von Rose Tattoo etwas Eigenständiges und eigentlich weder des eine noch das andere war, schien niemand zu begreifen. Die Vorbilder von Rose Tattoo waren aber eben nicht 70er-Ikonen wie Black Sabbath und Deep Purple, die Vorreiter des Heavy Metal, sondern Chuck Berry und die frühen Rolling Stones.


Thematisch verarbeiteten Rose Tattoo das, was sie in ihrem Alltag in den Slums von Sydney erlebten: Arbeitslosigkeit, Jugendkriminalität, Bandenkriege und Drogenelend. Viele Songs gerade aus der Frühphase der Band zeichnen eine so tiefschwarze, gewalttätige Welt, dass die Hölle dagegen wie eine Insel der Seligen wirkt. Dem Songwritertalent von Frontmann Angry Anderson und der Kraft der Band ist es allerdings zu verdanken, dass sich diese scheinbar deprimierende Atmosphäre in reine Energie verwandelt, die sich auf den Hörer überträgt. Eine Rose Tattoo-Platte zu hören ist etwa so, als würde man sich direkt an eine Steckdose anschließen, man wird mit Kraft aufgeladen (vorausgesetzt man überlebt die Spannung). Noch heute höre ich diese Musik besonders dann sehr gerne, wenn es mir wirklich dreckig geht (oder wenn ich meinen Kopf nach einer unfreiwilligen Dosis Hip Hop wieder frei bekommen will). Selbst gegen Erkrankungen und Fieber wirkt sie. (Ich kenne auch musikalisches Brechmittel. Man könnte sich in seiner CD-Sammlung eine kleine Hausapotheke zusammenstellen.) Und diese Wirkung ist durchaus beabsichtigt.


Niemand außer Angry Anderson besingt den Rock & Roll als „Remedy“ (Heilung, Hilfe), und das so, dass man ihm jedes Wort abnimmt. „You see music saved my arse when I was a kid. If it hadn´t been for the music I would have ended up on the junk pile.” Die vier übrigen Musiker – in der Besetzung der ersten beiden LPs Pete Wells (Slidegitarre), Mick Cocks (Gitarre), Geordie Leach (Bass) und Dallas Royall (Schlagzeug) – schufen einen Sound, dessen harten Gitarren und gewalttätigen Grooves sich nur Tote entziehen können. Diese Art der Musik ist eine leidenschaftliche Invokation von Kräften, die in jedem Menschen wohnen und die nur freigesetzt werden müssen. Rock & Roll ist das Medium dafür. Die Frage nach der besten Rockband aller Zeiten ist für mich eigentlich entschieden. Neben den drei genialen ersten LPs „Rose Tattoo“, „Assault & Battery“ und „Scarred for Life“ kann anderes Material nur sehr, sehr schwer bestehen.


In den ersten Jahren ihrer Karriere kreuzten sich die Wege von Rose Tattoo mehrmals mit ihren Landsleuten von AC/DC. Den „Tatts“ gereichte das nicht unbedingt zum Vorteil, denn da AC/DC bald den kommerziellen Durchbruch schafften, hing Rose Tattoo vor allem im Ausland schnell der Ruf an, die „kleinen AC/DC“ zu sein, und das obwohl die einzelnen Mitglieder der Band schon wesentlich länger im Geschäft waren als Angus und sein älterer Bruder Malcolm Young. Hinzu kommt, dass die jungen AC/DC um ihren charismatischen Sänger Bon Scott für das Establishment schon ein Dorn im Auge waren – die schnelleren, lauteren, tätowierten und kahlgeschorenen Rose Tattoo waren hingegen ein Affront gegen alles, was als schick und sittlich galt. Nach dem tragischen Tod von Bon Scott, der einen ähnlichen musikalischen und persönlichen Hintergrund hatte wie die Mitglieder von Rose Tattoo, steuerten AC/DC rasch in seichtere musikalische Gefilde, die umso größeren kommerziellen Erfolg versprachen. Rose Tattoo hingegen blieben ihrem Straßenkämpfer-Image weiterhin treu. Während einige Klassiker der Gruppe wie „Nice Boys“, „Rock´n´Roll Outlaw“ oder „Out Of This Place“ immer wieder gecovert - um nicht zu sagen, schamlos geklaut – wurden, blieben ihre eigentlichen Urheber weitgehend unbekannt. Im Laufe der 80er Jahre verließ ein Ur-Mitglied nach dem anderen die Band, was letztlich den Verlust ihrer Seele und Identität nach sich zog. 1986 nahm Anderson mit vier Gastmusikern noch einmal ein Album unter dem Namen „Rose Tattoo“ auf , das musikalisch jedoch nicht das Geringste mit den früheren LPs zu tun hat. 1991/92 folgte eine erfolgreiche Reunion-Tournee, dann war wieder jahrelang Schicht im Schacht. Erst 1999 konnten sich die (überlebenden) Bandmitglieder zu einer weiteren Reunion zusammenraufen. Es folgte 2000 ein äußerst gelungenes Live-Album und 2002 das erste „richtige“ Studio-Album seit 18 Jahren, das ebenfalls gefallen konnte. Auch 2004 sind Rose Tattoo wieder auf Tour und geben den Fans Anlass zur Hoffnung, dass es mit der Legende irgendwie weitergeht.


 



 


LPs:


 


Rose Tattoo (1978)


Assault & Battery (1981)


Scarred For Life (1982)


Southern Stars (1984)


25 To Life (Live 2000)


Pain (2002)


Offizielle Homepage


 

14.8.04 21:17





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