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Hier irren die USA
"Diese Karikaturen sind in der Tat ein Angriff auf den Glauben der Moslems", sagten Sprecher des US-Außenministeriums, am Freitag. "Wir würdigen und respektieren alle vollkommen die Meinungs- und Pressefreiheit, aber dies muss im Zusammenhang mit Presseverantwortung geschehen", sagte er. Auf derartige Weise religiösen oder ethnischen Hass anzustacheln sei nicht hinnehmbar. Diese Karikaturen seien für moslemische Gläubige "wirklich verletzend". (http://www.kurier.at/ausland/1267347.php)
Falls diese Worte wirklich so geäußert wurden hat sich noch nicht bis zum US-Außenministerium herumgesprochen, dass die Proteste Ausschreitungen gegen die Karikaturen samt und sonders von radikalislamischen Gruppen gelenkt werden, die ohnehin den Kampf mit dem Westen suchen. So kam das Thema in Nahost erst nach dem Wahlsieg der islamistischen Terrororganisation Hamas so richtig in Schwung. In Deutschland spricht ein gewisser Ibrahim Al-Zayat für die Muslime ("Tagesthemen", ARD, 3.2.), ein Mann, der laut Udo Ulfkotte ("Der Krieg in unseren Städten" ) weitreichende Beziehungen zu islamistischen Organisationen bis hin zum Terrorismus unterhält.
Und wegen dieser Brut diesen unangenehmen Zeitgenossen sollen wir unsere Freiheiten abschaffen? Siehe auch: Statler & Waldorf: Die Nacht der lebenden Dhimmis
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Die gelenkte Empörung
Radikale Muslime stürmen dänische Botschaft
Die Welle der Entrüstung in der islamischen Welt ob der Mohammed-Karikaturen der dänischen Zeitung Jylland Posten ebbt nicht ab. Von Tag zu Tag zeichnet sich dabei deutlicher ab dass die Proteste nicht spontan, sondern von islamistischen Hardlinern gefördert und gesteuert werden. Heute stürmte der Mob die dänische Botschaft in Jakarta (Indonesien). Spiegel Online dazu: "Lasst uns in den heiligen Krieg ziehen!", riefen die Demonstranten vor der dänischen Botschaft. "Wir sind bereit für den Dschihad!" Auf einem Plakat stand: "Lasst uns den dänischen Botschafter abschlachten!" Selbstverständlich alles im Namen der „Religion des Friedens“! Botschafter Niels Andersen habe drei Vertreter der Demonstranten getroffen, sagte Maksuni, Anführer der Demonstranten. Andersen habe versprochen, "in ein oder zwei Tagen" eine Entschuldigung zu veröffentlichen. "Wenn sie sich nicht entschuldigen, wie sie es versprochen haben, dann werfen wir sie aus dem Land raus", drohte Maksuni.
Der Protest war von der radikalen Islamischen Verteidigungs-Front (FPI) und dem Indonesischen Mudschaheddin-Rat organisiert worden. Die FPI hatte in der Vergangenheit mit gewaltsamen Angriffen auf ihrer Meinung nach "unislamische" Einrichtungen wie Bars und Restaurants mit Alkoholausschank Schlagzeilen gemacht. Ob in Indonesien oder im Jemen, im Iran, Pakistan oder Palästina: stets werden die Proteste von radikalislamischen Kräften gelenkt, die mit ihrer Propaganda alles tun, um den Konflikt weiter eskalieren zu lassen. Dem gewöhnlichen Muslim, der gewöhnlichen Muslima wären die Mohammed-Karikaturen wohl völlig egal oder völlig unbekannt, wenn die Islamisten nicht seit Monaten gegen Dänemark hetzen würden. Von offizieller Seite werden dann noch laue Ermahnungen nachgeschickt, damit nicht der (zutreffende) Eindruck entsteht, dass die Islamisten das Heft in der Hand halten: Der indonesische Außenamtssprecher Yuri Thamrin sagte, die Veröffentlichung der Karikaturen sei taktlos. "Vielleicht spiegelt das auch so genannte Islamphobie wider", eine Abneigung gegen den Islam. Indonesien wisse als Demokratie ganz genau, wie wichtig Meinungsfreiheit sei. Dies dürfe aber nicht dazu führen, dass "geheiligte religiöse Zeichen" verleumdet würden, sagte der Sprecher. Nun bin ich gespannt, wie die erzwungene Entschuldigung des dänischen Botschafters Andersen aussehen wird! Ein Einknicken vor den islamistischen Terroristen wäre verheerend! Opfern wir nicht unsere Freiheit der Meinung und der Kunst für eine totalitäre Ideologie! Weblogs berichten: Siehe auch: Spiegel Online: Jordanischer Chefredakteur wagt Abdruck der Karikaturen – und fliegt
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Das Dilemma
Der Koran und die FrauenHin und wieder nehme ich den Koran, das „oft zu lesende“, heilige Buch der Muslime in die Hand. Nein, ich konvertiere (noch) nicht zum Islam, sondern ich suche neugierig nach den Weisheiten, die darin verborgen sein sollen, schließlich handelt es sich um das unverfälschte Wort Gottes. Es finden sich darin jedoch Passagen, die anscheinend dem Menschenbild des Mitteleuropäers im Allgemeinen und dem meinen im Besonderen widersprechen. Als Paradebeispiel dient immer wieder die Rolle der Frau in der islamischen Gesellschaft.
Islam-Skeptiker werden in Sure 4 reichlich bedient, z.B. in Vers 12:
Hinsichtlich euerer Kinder hat Allah folgendes verordnet: Männliche Erben sollen so viel haben wie zwei weibliche. Sind nur weibliche Erben da, und zwar über zwei, so erhalten sie zwei Drittteile der Verlassenschaft. Ist aber nur eine da, so erhält sie die Hälfte.(...) Nach dieser Lesart drohen Familien mit ausschließlich weiblichem Nachwuchs empfindliche finanzielle Verluste, da ein großer Teil des Vermögens in den öffentlichen Schatz geht. Von der offensichtlichen Ungleichberechtigung ganz zu schweigen. Bekannter ist jedoch Vers 35:
Männer sollen vor Frauen bevorzugt werden, weil Allah auch die einen vor den anderen mit Vorzügen begabte und auch weil jene diese erhalten. Rechtschaffene Frauen sollen gehorsam, treu und verschwiegen sein, damit auch Allah sie beschütze. Denjenigen Frauen aber, von denen ihr fürchtet, dass sie euch durch ihr Betragen erzürnen, gebt Verweise, enthaltet euch ihrer, sperrt sie in ihre Gemächer und züchtigt sie. Gehorchen sie euch aber, dann sucht keine Gelegenheit, gegen sie zu zürnen; denn Allah ist hoch und erhaben. Vor wenigen Wochen kursierte die Meldung, dass in einem Dorf im Südosten der Türkei eine junge Frau befreit worden sei, nachdem sie ihr Vater auf Veranlassung ihres Mannes jahrelang in einem dunklen Raum gefangen gehalten habe. Handelten die Männer im Einklang mit dem Koran? Die Schlüsselstelle lautet: „Männer sollen vor Frauen bevorzugt werden, weil Allah auch die einen vor den anderen mit Vorzügen begabte...“ Die Ungleichberechtigung von Mann und Frau im Islam fußt auf ihren natürlichen geschlechtsspezifischen Unterschieden. Mit dem modernen westlichen Gerechtigkeitsbegriff ist diese Position nicht vereinbar. Außerhalb von historisch diskreditierten chauvinistisch-rassistischen Ideologien spielt sie in Europa keine Rolle. Bei der Lektüre des Koran fällt rasch auf, dass Mohammed seine Predigten an eine reine Männerrunde richtet. Die abwesenden (eingesperrten?) Frauen spricht der Prophet indirekt und gesondert an. Die Geschlechtertrennung des Koran geht bis in die feine Unterscheidung von „den Gläubigen“ und „gläubigen Frauen“. Islamische Rechte, die Allah den Gläubigen durch den Mund Mohammeds, seines Propheten, verleiht, sind männliche Vorrechte. Wenn ich Muslime mit fragwürdigen Koranpassagen konfrontiere wird mir in der Erwiderung in der Regel empfohlen meine Ausgabe des Buches zu prüfen und mir eine bessere Übersetzung zuzulegen. Zumeist folgt noch der Hinweis, dass der Koran nur im Arabischen seine wahre Bedeutung erhalte und eine wortgetreue Translation in andere Schriftsprachen problematisch sei - jedoch leuchtet mir nicht ein weshalb dann nicht wenigstens eine sinngemäße Übersetzung möglich sein soll. Dummerweise ist Gemeinschaft der Muslime selbst uneins wie die arabischen „Urtexte“ gelesen werden sollen. Diese Information findet sich unter anderem auf einer Homepage für die „Arabische Schrift und Sprache“ (www.chj.de), die ausgerechnet das Bin-Laden-Vorbild Sayyid Qutb, einen der Vordenker des modernen Islamismus und Mitbegründer der radikalislamischen Muslimbruderschaft als einen der „bedeutensten“ (sic) Korankommentatoren preist. In der Tat existiert inzwischen eine stattliche Anzahl von deutschen Übersetzungen des Koran, wobei keine endgültig bestätigt oder endgültig verworfen werden kann. Weiter unten versuche ich das Problem anhand eines Vergleichs unterschiedlicher Übersetzungen darzustellen. Oft gehört und gern geglaubt ist die Behauptung, der Koran beinhalte keine explizite Anweisung zur Verschleierung der Frau. Die von mir verwendete Übertragung von ULLMANN/WINTER (München 1959) tut es jedenfalls (Sure 24):
[30] Sage auch den Gläubigen, dass sie ihre Augen von Unkeuschem abwenden und sich bewahren sollen, so ist es am schicklichsten für sie; denn Allah ist wohl bekannt mit dem, was sie tun. [31] Sage auch den gläubigen Frauen, dass sie ihre Augen niederschlagen und sich vor Unkeuschem bewahren sollen und dass sie nicht ihre Zierde (ihren nackten Körper, ihre Reize), außer nur was notwendig sichtbar sein muss, entblößen und dass sie ihren Busen mit dem Schleier verhüllen sollen. Sie sollen ihre Reize nur vor ihren Ehemännern zeigen oder vor ihren Vätern oder vor den Vätern ihrer Ehemänner oder vor ihren oder den Söhnen ihrer Ehemänner, den Stiefsöhnen, oder vor ihren Brüdern oder vor den Söhnen ihrer Brüder und Schwestern oder vor den Frauen oder vor ihren Sklaven oder vor den Dienern, welche kein Bedürfnis zu Frauen (keinen Geschlechtstrieb) fühlen, oder vor Kindern, welche die Blöße der Frauen nicht beachten. Auch sollen sie ihre Füße nicht so werfen, dass man der Zierde, die sie verbergen sollen, gewahr werde. Im gleichen Absatz folgt eine Passage, die in einigen anderen Übersetzungen minimal, aber doch entscheidend variiert:
[32] (...) Zwingt auch euere Sklavinnen, wenn sie ehrbar und keusch sein wollen, nicht zur Hurerei, der zufälligen Güter des irdischen Lebens wegen. Wenn sie aber dennoch jemand dazu zwingt, so wird ihnen Allah, nachdem sie gezwungen wurden, versöhnend und barmherzig sein. An einem Frauenkörper muss nichts „notwendig sichtbar sein“ außer den Augen, denn sonst läuft frau gegen die nächste Wand. Der Text erinnert unmittelbar an die Totalverschleierung des strengsten Islam. Die pedantische, peinlich genaue Aufzählung der männlichen Wesen, welche die Frau unverschleiert sehen und ihre „Reize“ kosten dürfen, konterkariert die oft geäußerte Behauptung, der Schleier diene dem Schutz der Frau vor Vergewaltigung und nicht etwa der gesellschaftlichen Segregation: hier wird die Frau zum Privatbesitz der männlichen Familienmitglieder. So sind es denn auch die zur Prostitution gezwungenen Sklavinnen, die der „Versöhnung und Barmherzigkeit“ Allahs bedürfen, nicht etwa ihre (männlichen) Herren, die eventuell als reuige Sünder Buße tun möchten. „Unkeuschheit“ ist nach dieser Lesart eine weibliche Ureigenschaft, die Erbsünde, vor welcher der Mann sich beschützen lässt. Hier gibt es eine augenfällige Parallele zum traditionellen islamischen Recht, der Scharia. Die Scharia findet beispielsweise im Iran Anwendung. Doch auch aus anderen Teilen der islamischen Welt sind Fälle bekannt, in denen Frauen und Mädchen, die Opfer von Vergewaltigungen wurden, auf der Grundlage der Scharia zu barbarischen Strafen wegen „unkeuschem Verhaltens“ verurteilt wurden (Verkehrung des Täter-Opfer-Verhältnisses). Für den Ausdruck „von Unkeuschem“ setzt Winter in Vers 30 eine Fußnote: „Wörtlich: vor allen Schamteilen.“ Wiederum scheint die Frau Unkeuschheit und Scham gepachtet zu haben, denn nur ihren Körper und nicht etwa den des Mannes gilt es der Blicke der Öffentlichkeit zu entziehen. Welche Teile ihres Körpers „Scham“ sind und verschleiert werden müssen ist nicht die Entscheidung der Frau, sondern die des Mannes/ der Männer. In weiteren Versionen dieser Passage erfährt die Übersetzung des arabischen Begriffs für „Scham“ einen Bedeutungswandel (s.u.). Vom Standpunkt der Psychoanalyse allein ist die ebenso populäre wie falsche Annahme, dass die Verschleierung den Frauen einen lebenslangen „Schutz“ und „Sicherheit“ böte, schon bedenklich. Dramatisch ist jedoch der sich aus dieser oberflächlichen Interpretation und etwa Sure 33, Vers 59 ergebende Umkehrschluss, dass unverschleierte Frauen (nicht nur moderne Muslimas, sondern auch Jüdinnen und Christinnen!) Freiwild für sexhungrige Männer seien:
Sage, Prophet, deinen Frauen und Töchtern und den Frauen der Gläubigen, dass sie ihr Übergewand (über ihr Antlitz) ziehen sollen, wenn sie ausgehen; so ist es schicklich, damit man sie als ehrbare Frauen erkenne und sie nicht belästige.
(In einer Fußnote wird erläutert, worum es sich bei dem „Übergewand“ handelt: „Dieses Gewand, gewöhnlich aus weißer Leinwand, bedeckt die Frauen stets außer Haus vom Kopf bis zu den Füßen und hat nur einen schmalen Schlitz für die Augen." ) Ein klassisches Alibi für islamische Vergewaltiger und Mörder von Muslimas, gerade auch in der europäischen Islam-Diaspora, ist die Anklage der Täter, ihr Opfer habe sich zu „westlich“ gekleidet und sein Los somit selbst zu verantworten.
Vergleichen wir mit weiteren Koran-Übersetzungen:
AHMADEYYA: [30] Sprich zu den gläubigen Männern, daß sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren sollen. Das ist reiner für sie. Wahrlich, Allah ist recht wohl kundig dessen, was sie tun. [31] Und sprich zu den gläubigen Frauen, daß sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren sollen und daß sie ihre Reize nicht zur Schau tragen sollen, bis auf das, was davon sichtbar sein muß, und daß sie ihre Tücher über ihre Busen ziehen sollen und ihre Reize vor niemandem enthüllen als vor ihren Gatten, oder ihren Vätern, oder den Vätern ihrer Gatten, oder ihren Söhnen, oder den Söhnen ihrer Gatten, oder ihren Brüdern, oder den Söhnen ihrer Brüder, oder den Söhnen ihrer Schwestern, oder ihren Frauen, oder denen, die ihre Rechte besitzt, oder solchen von ihren männlichen Dienern, die keinen Geschlechtstrieb haben, und den Kindern, die von der Blöße der Frauen nichts wissen. Und sie sollen ihre Füße nicht zusammenschlagen, so daß bekannt wird, was sie von ihrem Zierat verbergen. Und bekehret euch zu Allah insgesamt, o ihr Gläubigen, auf daß ihr erfolgreich seiet. PARET: [30] Sag den gläubigen Männern, sie sollen (statt jemandes anzustarren, lieber) ihre Augen niederschlagen, und ihre Keuschheit bewahren. So halten sie sich am ehesten sittlich (und rein). Allah ist wohl darüber unterrichtet, was sie tun. [31] Und sag den gläubigen Frauen, sie sollen (statt jemanden anzustarren, lieber) ihre Augen niederschlagen, und ihre Keuschheit bewahren, den Schmuck, den sie (am Körper) tragen, nicht offen zeigen, soweit er nicht (normalerweise) sichtbar ist, ihren Schal sich über den (vom Halsausschnitt nach vorne heruntergehenden) Schlitz (des Kleides) ziehen und den Schmuck, den sie (am Körper) tragen, niemandem offen zeigen, außer ihrem Mann, ihrem Vater, ihrem Schwiegervater, ihren Söhnen, ihren Stiefsöhnen, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und ihrer Schwestern, ihren Frauen, ihren Sklavinnen, den männlichen Bediensteten, die keinen Geschlechtstrieb (mehr) haben, und den Kindern, die noch nichts von weiblichen Geschlechtsteilen wissen. Und sie sollen nicht mit ihren Beinen aneinanderschlagen und damit auf den Schmuck aufmerksam machen, den sie (durch die Kleidung) verborgen (an ihnen) tragen. Und wendet euch allesamt (reumütig) wieder Allah zu, ihr Gläubigen Vielleicht wird es euch (dann) wohl ergehen. RASSOUL: [30] Sprich zu den gläubigen Männern, daß sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren sollen. Das ist reiner für sie. Wahrlich, Allah ist dessen, was sie tun, recht wohl kundig. [31] Und sprich zu den gläubigen Frauen, daß sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren und ihren Schmuck nicht zur Schau tragen sollen - bis auf das, was davon sichtbar sein darf, und daß sie ihre Tücher um ihre Kleidungsausschnitte schlagen und ihren Schmuck vor niemand (anderem) enthüllen sollen als vor ihren Gatten oder Vätern oder den Vätern ihrer Gatten oder ihren Söhnen oder den Söhnen ihrer Gatten oder ihren Brüdern oder den Söhnen ihrer Brüder oder Söhnen ihrer Schwestern oder ihren Frauen oder denen, die sie von Rechts wegen besitzen, oder solchen von ihren männlichen Dienern, die keinen Geschlechtstrieb mehr haben, und den Kindern, die der Blöße der Frauen keine Beachtung schenken. Und sie sollen ihre Füße nicht so (auf den Boden) stampfen, daß bekannt wird, was sie von ihrem Schmuck verbergen. Und wendet euch allesamt reumütig Allah zu, o ihr Gläubigen, auf daß ihr erfolgreich sein möget. AZHAR: [30] Sage den gläubigen Männern, sie sollen den Blick niederschlagen und ihre Keuschheit wahren. Das ist lauterer für sie. Gottes Kenntnis umfaßt alles, was sie tun. [31] Und sage den gläubigen Frauen, sie sollen den Blick niederschlagen und ihre Keuschheit wahren und ihre Zierde nicht zeigen, außer dem, was davon sichtbar ist, und sie sollen ihre Tücher über ihren Kleiderausschnitt ziehen und ihre Zierde niemandem zeigen außer ihren Ehemännern, ihren Vätern, Schwiegervätern, ihren Söhnen, Stiefsöhnen, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und ihrer Schwestern, den Frauen, mit denen sie Umgang haben, den Leibeigenen, den mit ihnen lebenden Männern, die Frauen nicht mehr begehren, und den Kindern, die noch kein Verlangen nach Frauen haben. Sie sollen den Boden nicht mit den Füßen schlagen, um verdeckten Schmuck bemerkbar zu machen. Kehrt alle reumütig zu Gott zurück, ihr Gläubigen, damit ihr Erfolg erzielt! ZAIDAN: [30] Sag zu den Mumin-Männern, daß sie von ihren Blicken niederschlagen und ihre Keuschheit bewahren. Dies ist reiner für sie. Gewiß, ALLAH ist dessen allkundig, was sie bewerkstelligen. [31] Und sag zu den Mumin-Frauen, daß sie von ihren Blicken niederschlagen, ihre Keuschheit bewahren und ihren Schmuck nicht sichtbar tragen außer dem, was davon sichtbar wird, und daß sie ihre Khumur bis über ihre Dschuyub ziehen, und daß sie ihren Schmuck vor niemandem sichtbar tragen außer vor ihren Ehemännern, ihren Vätern, den Vätern ihrer Ehemänner, ihren Söhnen, den Söhnen ihrer Ehemänner, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder, den Söhnen ihrer Schwestern, ihren Frauen, denjenigen, die ihr gehören, den Bediensteten außer denjenigen mit Verlangen von den Männern oder den Kindern, die noch nichts über die Blößen der Frauen wissen, und daß sie mit ihren Füßen nicht (auf den Boden) stampfen, damit bekannt wird, was sie noch von ihrem Schmuck verbergen. Und bittet ALLAH um Vergebung allesamt - ihr Mumin! - damit ihr erfolgreich werdet. KHOURY: [30] Sprich zu den gläubigen Männern, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham bewahren. Das ist lauterer für sie. Gott hat Kenntnis von dem, was sie machen. [31] Und sprich zu den gläubigen Frauen, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham bewahren, ihren Schmuck nicht offen zeigen, mit Ausnahme dessen, was sonst sichtbar ist. Sie sollen ihren Schleier auf den Kleiderausschnitt schlagen und ihren Schmuck nicht offen zeigen, es sei denn ihren Ehegatten, ihren Vätern, den Vätern ihrer Ehegatten, ihren Söhnen, den Söhnen ihrer Ehegatten, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und den Söhnen ihrer Schwestern, ihren Frauen, denen, die ihre rechte Hand besitzt, den männlichen Gefolgsleuten, die keinen Trieb mehr haben, den Kindern, die die Blöße der Frauen nicht beachten. Sie sollen ihre Füße nicht aneinanderschlagen, damit man gewahr wird, was für einen Schmuck sie verborgen tragen. Bekehrt euch allesamt zu Gott, ihr Gläubigen, auf daß es euch wohl ergehe. Im Gegensatz zu der von Ullmann gegebenen Version fällt hier in allen Übersetzungen auf, dass sich nicht Männer und Frauen „vor Unkeuschem“ (Scham, Schamteilen) bewahren“ sondern „ihre Keuschheit, Scham“ bewahren sollen. Freilich ändert der Bedeutungswandel nichts daran dass die Frau als Quelle des Übels verortet wird – ihre Schamzone umfasst große Teile des weiblichen Körpers und muss im Gegensatz zum Mann notwendigerweise verschleiert werden. Wenn auch Winters Erläuterung von „Zierde“ als „ihr nackter Körper, ihre Reize“ (und eben nicht nur „Schmuck“ wie etwa Kosmetika) bei keiner der sechs Alternativen gegeben wird, so wird an der Isolierung der Frau festgehalten, damit Männer „ihre Keuschheit“ bewahren können. Mit verhängnisvoller Konsequenz setzt sich diese Logik in den Hadithen fort, Sammlungen von Tausenden von Sprüchen und Anekdoten, die Mohammed zugeschrieben werden und an deren Aussagen Muslime überall auf der Welt glauben. Siehe dazu den Text von Ralph Ghadban „Das Kopftuch in Koran und Sunna“, Abschnitt „Das Frauenbild in der Sunna“, veröffentlicht von der Bundeszentrale für politische Bildung. Richten wir unser Augenmerk nun auf Vers 32 (das Los der Sklavinnen): AHMADEYYA: Zwingt sie aber einer, dann wird Allah gewiß allvergebend und barmherzig (zu ihnen) sein nach ihrem Zwang. PARET: Wenn (jedoch) jemand sie (wirklich dazu) zwingt, dann ist Allah gewiß nach ihrem erzwungenen Tun, barmherzig und bereit zu vergeben. RASSOUL: Werden sie aber (zur Prostitution) gezwungen, dann wird Allah gewiß nach ihrem erzwungenen Tun Allvergebend und Barmherzig (zu ihnen) sein. ZAIDAN: Und wer sie zwingt, dann ist ALLAH gewiß nach dem Zwang ihnen gegenüber allvergebend, allgnädig. KHOURY: Und wenn einer sie dazu zwingt, so ist Gott, nachdem sie gezwungen worden sind, voller Vergebung und barmherzig. So schlecht scheint meine Koran-Übersetzung dann doch nicht zu sein! Nur die Übersetzung der angesehenen islamischen AZHAR-Universität in Kairo fällt aus dem Rahmen:
Wer sie aber gezwungen hat und das dann bereut, dem wird Gott voller Vergebung und Erbarmen verzeihen. Diese Version ist durchaus mit dem modernen abendländischen Verständnis von Moral und Recht konform. Die Sprache der Azhar-Übersetzung wirkt generell moderner und bodenständiger als die anderer Versionen. Ob hier eine modernere Form des Islam angestrebt wird oder die wahre Aussage des Koran vertuscht werden soll, vermag ich nicht zu beurteilen. Würde ich zu Verschwörungstheorien neigen, erschiene mir letzteres wahrscheinlich. Vielleicht sind deutsche Übersetzungen des Koran generell mit Fehlern behaftet und die Schönheit des Buches entfaltet sich eher im Englischen? Bitteschön: YUSUFALI: But if anyone compels them, yet, after such compulsion, is Allah, Oft-Forgiving, Most Merciful (to them), PICKTHAL: And if one force them, then (unto them), after their compulsion, lo! Allah will be Forgiving, Merciful. KHALIFA: If anyone forces them, then GOD, seeing that they are forced, is Forgiver, Merciful.
Dasselbe Bild!
Nur SHAKIR wird zweideutig: …and whoever compels them, then surely after their compulsion Allah is Forgiving, Merciful. Es fällt schwer, der immer wieder geäußerten Behauptung Glauben zu schenken, der Islam gemäß den Anweisungen des Koran vertrage sich per se mit den Grundprinzipien von Gleichberechtigung und Menschenrechten. Vielmehr führt die Lektüre des Koran immer wieder vor Augen, dass derjenige, der wortwörtlich nach dem Gebot des Koran lebt und darin die einzige Quelle von Recht und Gesetz sieht, zwangsläufig in Konflikt mit den westlichen Verfassungsstaaten und ihren Gesellschaften gerät – und umgekehrt. Die populäre Behauptung, dass es sich bei dem gegenwärtigen Konflikt nur um eine Auseinandersetzung zwischen Islam und Christentum, also einen Religionsstreit handelt, ist verharmlosend und falsch. Der heutige Westen hat wenig gemein mit dem feudalstaatlichen christlichen Abendland, das u.a. die Kreuzzüge hervorbrachte. Unsere modernen europäischen Staaten, unsere moderne Gesellschaft sind mehr oder weniger ein Produkt der letzten 350 Jahre, von Aufklärung und Säkularisation auf Kosten von Kirche und Staat. Hingegen fand die Welt des Islam bis heute nicht die Kraft zu einem Neuanfang ähnlich dem des Westfälischen Friedens 1648 nach dem entsetzlichen Dreißigjährigen Krieg. Die Front zwischen dem Islam und dem Westen verläuft vielmehr zwischen Vormoderne und Moderne und markiert einen echten Zivilisationskonflikt.
Freilich zeichnet sich auch in Europa und in den USA eine Rückkehr des Religiösen in Staat und Politik ab (s. protestantische Erweckungsbewegungen in den USA), die ich mit Argwohn beobachte. Doch in der islamischen Welt ist diese Dynamik weit mächtiger und folgenreicher; das bezeichnen Faktoren wie das rasante Bevölkerungswachstum ob in den islamischen Staaten oder in der europäischen Islam-Diaspora, Migration und der stetig wachsende Einfluss radikalislamischer Kräfte (wie zuletzt in Palästina und im Iran).
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Extra 3
Die knallhart recherchierenden NDR-Redakteure von "Extra 3" treffen den Nagel auf den Kopf: Klaus der Woche, "Heute: Iran"!
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Mehr Mittelalter, bitte!
Ahmadiyya-Opferfest in Schulturnhalle
GROSS-GERAU. Mehrere hundert Mitglieder der Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde aus der Region feierten am gestrigen Mittwoch das islamische Opferfest mit gemeinsamen Gebeten in den beiden Sporthallen der Martin-Buber-Schule in Groß-Gerau.
Außer der Tatsache, dass die muslimischen Schüler wegen des religiösen Feiertags frei haben und Sportunterricht wegen Belegung der Hallen an diesem Vormittag ausfällt, hatte das muslimische Treffen keine Auswirkungen auf den Schulbetrieb; dies war von Schulleiter Heiner Friedrich auf Anfrage zu erfahren. (...)
Interreligiöser Dialog sowie der Umgang der Kulturen miteinander sind nach Worten des Schulleiters immer wieder Thema an der Martin-Buber-Schule, deren Schüler zu einem Drittel ausländischer Herkunft zugerechnet werden. Anlässlich des Treffens der islamischen Glaubensgemeinschaft am Mittwoch sei aber keine besondere Verbindung zum Unterricht hergestellt worden.
Quelle
Solche Nachrichten lassen erkennen, wohin uns der "interreligiöse Dialog" gebracht hat. Vor wenigen Jahren noch wäre es undenkbar gewesen, dass ausgerechnet eine deutsche Schule eine Halle zur Verfügung stellt, um ein heidnisches Opferritual abzuhalten. E. W. Heine hatte mit seiner vor 20 Jahren erschienenen (teilweise brillianten) Polemik "Der Neue Nomade" völlig Recht: Die westliche Zivilisation nähert sich in Riesenschritten den Zuständen vorkultureller, archaischer Stammesgesellschaften. Im Namen von "Toleranz", "Dialog" und "Integration" entzieht sich der Westen selbst die Grundlagen seiner modernen Kultur - die Aufklärung nämlich, die zum Modell der getrennten Sphären von Öffentlichkeit und Privatem führte, von weltlichen und geistig-religiösen Angelegenheiten. Wenn nun ein öffentliches Gebäude zur Verfügung gestellt wird, um eine Muslim-Sekte Schafe und Ziegen schächten zu lassen, müsste schon das Ereignis an sich zu einer öffentlichen Entrüstung führen. Bemerkenswert jedoch ist das Ausbleiben derselben. Stattdessen regt der Ausländerbeirat von Gross-Gerau eine Tagung zum Thema "Tierschutz und Schächten in Hessen" an (Link ).
Ich stelle mir vor, wie auf solch einer Veranstaltung in bekannter Manier vom Kern des Problems abgelenkt und ein Nebenkriegsschauplatz eröffnet wird. Man prangert die deutsche Massentierhaltung an und besteht darauf, dass das mehr oder weniger öffentliche Opfern von einigen Dutzend Tieren bei muslimischen Feierlichkeiten hinzunehmen sei. Für die einen sind die Tiere ja nur jämmerliche Kreaturen, für den Verbauch bestimmt, für die anderen sind sie Gott geweihte Geschöpfe. Für die einen müssen die Tiere ihr Leben geben, um die Ernährung der Bevölkerung zu sichern, die anderen töten die Tiere, um einen übermächtigen Dämon zu besänftigen. - Für eine der beiden Positionen trete ich trotz Vorbehalt ein. Der Gedanke der Tieropfer, der immer primitive, wahnhafte Züge trägt, ist es jedenfalls nicht.
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Ob das mal ein SPIEGEL-Titel wird?
Diese Meldung ist momentan nur eine Fußnote im Falle von Khaled el Masri, des Mannes, der angeblich vom CIA gefoltert wurde, worin auch deutsche Behörden verwickelt sein sollen:
Beckstein verbietet umstrittenes Multi-Kultur-Haus in Neu-Ulm
Verein gilt als Brennpunkt islamistischer Szene
München - Das bayerische Innenministerium hat das umstrittene Multi-Kultur-Haus Ulm (MKH) verboten, in dem auch der vom CIA verschleppte Deutsch-Libanesen Khaled el Masri verkehrte. Im Zuge des Verbotsvollzugs wurden am Mittwoch die Räume des Vereins in Neu-Ulm durchsucht, wie Bayerns Innenminister Günter Beckstein (CSU) mitteilte. Sichergestellte Gegenstände seien dem Landesamt für Verfassungsschutz zur Auswertung übergeben worden, beschlagnahmt worden sei zudem ein Konto des MKH. Das Multi-Kultur-Haus gilt zusammen mit dem Islamischen Informationszentrum im nahe gelegenen Ulm als einer der Brennpunkte der islamistischen Szene in Deutschland. (AFP)
28.12.05, 10:26 Uhr
Die Älteren werden sich erinnern, dass das Thema el Masri diesen Herbst beherrschte - genauer gesagt jedoch nicht die Auseinandersetzung mit dem dubiosen El Masri, sondern völlig unbewiesene Behauptungen über die CIA, die nichts besseres zu tun habe als unbescholtene Bürger festzusetzen und zu foltern. Dass El Masri kein unbeschriebenes Blatt ist und offenbar beste Beziehungen zur Islamisten-Szene hat und seine Folter-Geschichte etliche Löcher aufweist interessiert natürlich niemanden.
Man möge mich nicht missverstehen: Ich bin gegen Folter in jeder Form. Die tendenziöse Berichterstattung der deutschen Massenmedien (Amis = böse, Islamisten = (fehlgeleitete) Weltverbesserer) ist eine Tortur.
Links:
"Leserbrief" von Stefan Herre
Fakten/Fiktionen: "CIA-Folterflüge über Europa"
Pressrelations.de zu den Hintergründen des MKH-Verbots (Auszug):
Die im MKH zu Unterrichtszwecken eingesetzten Lehrbücher und verbreiteten Publikationen, die in der Bibliothek des MKH zum Verleih/Verkauf an Mitglieder und Besucher vorgehaltenen Medien, die bei Funktionären sichergestellten Medien, die öffentlichen Äußerungen von Funktionären sowie die Freitagsgebete im MKH sind geprägt von einer massiven, gebetsmühlenartigen Hetze gegen die parlamentarische Demokratie, gegen Andersgläubige, die Juden und den Staat Israel und beinhalten offene Aufrufe zur Bekämpfung/Tötung Andersgläubiger und zur Vernichtung der Juden bzw. des Staates Israel. Der Djihad wird durchwegs als individuelle Pflicht jedes Moslems propagiert.
Khaled El Masri hat echt nette Freunde.
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Scharlatane
Der Heidelberger Sportwissenschaftler Daniel Erlacher hat sich einem Thema verschrieben, das "Infotainment"-Sendungen immer wieder gerne aufgreifen, ehe es schließlich bei dubiosen Geschäftemachern landet: Ist es möglich, im Schlaf zu lernen?
Wir erinnern uns an die Angebote aus den 90er Jahren, wo Audiokassetten nebst der Versprechung feilgeboten wurden, man könne durch die Berieselung während des Schlafes seine Fremdsprachenkenntnisse verbessern. Als wir Kinder waren empfahlen uns die Erwachsenen bei einer besonders schweren Lektüre, das Buch unter das Kopfkissen zu legen und eine Nacht drüber zu schlafen. Läuft im Prinzip auf dasselbe hinaus und ist genauso erfolgreich.
Daniel Erlacher konzentriert sich in seiner Forschung auf sogenannte Klarträume - Träume, in denen sich der Träumende bewusst ist, dass er träumt und deren Verlauf er in gewissem Maße steuern kann.
"Test im Schlaflabor
Eine von Erlachers Testpersonen ist der Klarträumer und Leichtathlet Martin. Im Schlaflabor soll er kleine Aufgaben im Traum erledigen. Dazu ist Martin mit Elektroden verkabelt. Diese sind verbunden mit einem Computer, der Hirnströme, Muskelaktivität, Puls, Atemfrequenz und vor allem die Augenbewegung aufzeichnet. Sobald er klarträumt, soll er ein Signal geben, das die beiden zuvor vereinbart haben. Da sich nur die Augenmuskeln im Traum bewegen lassen, will Martin versuchen, sobald er klarträumt, mit den Augen ein Zeichen zu geben.
Für Erlacher stellt sich nun die Frage, ob es ihm gelingen kann, mit dem Träumenden während des Traums direkt in Kontakt zu treten und ihm sogar gezielte Anweisungen für ein Training mitzugeben. Und tatsächlich gibt Martin den vereinbarten Wink. Eine deutliche Augenbewegung aus dem Traum heraus: die Pupille bewegt sich zwei Mal hin und her, also Links-Rechts-Links-Rechts. Nun kann Erlacher mit dem abgesprochenen Programm beginnen.
Schlafend aus der Puste
Martin soll Kniebeugen machen, da die Übung im Wachzustand viel Kraft kostet. Jetzt können nur die Daten auf dem Monitor bezeugen, ob die geträumten Übungen auch körperlich auf Martin wirken. Äußerlich sieht man ihm nichts an, er liegt ruhig schlafend im Laborbett. Die Kurven auf dem Bildschirm zeigen es aber eindeutig: Martins Puls steigt, ebenso seine Atemfrequenz. Die Nervenzellen im Gehirn feuern Signale ab, so als würde er tatsächlich Sport treiben. Martin leistet fast die optimiale Simulation. Der einzige Unterschied ist jedoch, dass im Rückenmark der Körper die Signalübertragung unterbricht. In Armen und Beinen kommen die Befehle aus dem Gehirn nicht an und bleiben daher ruhig.
Der Nachweis, dass das nächtliche Training tatsächlich einen körperlichen Effekt hat, ist damit erbracht - für Daniel Erlacher ein voller Erfolg. So hat er Ende Oktober für seine Forschungsarbeit den renommierten Wissenschaftspreis der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft erhalten. Erlachers Vermutung geht aber noch einen Schritt weiter: Wenn jemand im Traum trainiert, dann - so erwartet er - müsse der Sportler auch im Wachzustand bessere Resultate bringen. Darauf weisen die ersten positiven Ergebnisse."
Quelle
Ich weiß nicht, ob es eine sensationelle Erkenntnis ist, dass das Traumgeschehen einen Effekt auf den Körper hat (Puls, Atemfrequenz). Vermutlich ist jeder von uns schon einmal schweißgebadet und mit klopfendem Herzen aufgewacht. Doch die Voraussage, dass sich im Schlaf trainieren lasse, birgt doch ein ganz ordentliches Potenzial. Schlaf Dich schön! Schlaf Dich intelligent! Geh als Dorfdepp ins Bett und stehe als Atomphysiker wieder auf! Schlafe, damit es mit Deutschland wieder aufwärts geht!
Über die Gratwanderung zwischen Wissenschaft und Esoterik in der Schlaf- bzw. Traumforschung schrieb der SPIEGEL bereits 2004.
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